17. Dezember 2013

Stille



Wenn wir während der Meditation die Aufmerksamkeit auf die Geräusche lenken, ist es im Raum oft fast ganz still. Nur die Heizung rauscht ein wenig. Dann versuche ich als Anleitende diese Stille möglichst selten zu unterbrechen, auch weil ich sie so genieße. Und gleichzeitig bin ich mir dessen bewusst, dass diese Stille von jedem ganz unterschiedlich wahrgenommen wird.
Der eine nimmt sie nicht richtig wahr, da er die ganze Zeit auf das nächste Geräusch lauert, ein Schlucken, ein Knacken, ein Magenknurren. Ein anderer nimmt die Stille wahr und erschrickt, sie ist ihm unheimlich. Mancher entwickelt plötzlich einen Impuls sich zu bewegen, sich zu kratzen und auf dem Kissen hin- und herzurutschen, und erzeugt damit selbst ein Geräusch in die Stille hinein. Wir sind diese Stille einfach nicht gewohnt. Im Alltag sind wir daran gewöhnt, permanent „Lärm“ um uns herum zu haben oder zu erzeugen, durch Musik, durch Gespräch, durch den Fernseher. Äußere Stille ist in einer Stadt ein seltenes Gut und doch ist sie häufiger zu finden als man denkt. 

Eine kleine Übung für den Alltag:
„Wann immer um dich herum Stille herrscht, solltest du darauf lauschen, ihr Aufmerksamkeit schenken. Auf die äußere Stille zu lauschen eröffnet dir die Dimension der Stille in dir selbst.“

Die Stille in mir selbst. Auch die ist ein scheinbar seltenes Gut. Denn wenn wir still werden, fällt uns als erstes der Lärm auf, der durch unsere Gedanken entsteht. Wir wollen „abschalten“ und uns ausruhen. Doch sobald wir die äußeren Reize minimieren, werden uns die inneren Geräusch-Impulse umso bewusster.

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“

Wenn wir Achtsamkeit üben und meditieren wird der Lärm leiser, nach einer Zeit werden die Gedanken weniger und unser Geist wird stiller. Je öfter wir üben, desto leichter fällt uns dieser Prozess des Still-Werdens. Seltener wird die Haltung des Wartens auf das nächste Geräusch, die nächste Ablenkung. Mit der Übung finden wir schneller hinaus aus dem Zustand innerer Unruhe und Geschäftigkeit, der Rastlosigkeit des Geistes und der Nervosität des Körpers – hinein in eine heilsame Stille. Und wir freunden uns an mit der Stille, sie erschrickt uns nicht mehr, sondern sie wird uns wie ein guter Freund. Ein Freund, der immer da ist und auf den wir uns verlassen können, auch wenn wir ihn gerade nicht sofort spüren können.

„Sobald du dir der Stille bewusst wirst, ist sofort dieser Zustand stiller, innerer Wachsamkeit da. Du bist präsent.“

Manch einer findet diesen Zugang schnell und häufig und nutzt das Werkzeug der Achtsamkeit um Stille im Alltag und der Meditation zu genießen. Andere haben mehr Schwierigkeiten und größere Widerstände. Für sie ist das Still-Sein eine sehr herausfordernde Übung. Ich glaube, diese Stille kennenzulernen und den Zugang dazu zu erlernen und zu kultivieren, ist für jeden Menschen äußerst nährend und heilsam.
Für mich ist diese innere Stille ein Ort der Zuflucht und des Erinnerns an mein Wesen. Hier an diesem Ort gibt es keine Aufgaben oder Projekte, keine Sorgen oder Ängste, hier muss ich nichts leisten und ich muss von niemandem Leistung erwarten. In dieser Zuflucht habe ich Kontakt mit meiner innersten Wesenheit, die gut und wahr, rein und perfekt ist. Hier an diesem Ort ist auch eine Fülle zu finden, die in dem Lärm der Gedanken oft untergeht: Hier finde ich meine Kraft, meine Energie, meine Kreativität und meine Gelassenheit, hier wohnen mein Gleichmut und meine Güte, meine Liebe und meine tiefste Freude am Leben.

„Schau dir einen Baum, eine Blume, eine Pflanze an. Lass dein Gewahrsein darauf ruhen. Wie still sie sind, wie tief sie im Sein wurzeln. Lass zu, dass die Natur dich die Stille lehrt. Wenn du einen Baum anschaust und seine Stille wahrnimmst, wirst du selber still.

Jeder störende Lärm kann ebenso hilfreich sein wie äußere Stille. Inwiefern? Wenn du den inneren Widerstand gegen den Lärm aufgibst, sodass er sein darf, wie er ist, führt dich dieses Annehmen auch in den Bereich des inneren Friedens, der inneren Stille.

Wann immer du diesen Augenblick so, wie er ist - welche Form er auch haben mag - aus tiefstem Herzen annimmst, bist du still, bist du im Frieden.

Achte auf Pausen - die Pause zwischen zwei Gedanken, die kurze Pause zwischen den Worten eines Gesprächs, zwischen den Tönen beim Klavier- oder Flötenspiel, auf die Pause zwischen Ein- und Ausatmen.

Spüre die Energie deines inneren Körpers. Sofort klingt der mentale Lärm ab oder hört auf. Spüre die Energie in Händen und Füßen, in Bauch und Brust. Spüre das Leben, das du bist, das Leben, das den Körper beseelt. Dann wird der Körper eine Art Durchgang zu einem tieferen Gefühl von Lebendigkeit, das unter den wechselnden Emotionen und unter dem Denken liegt.

Kleingedrucktes aus: Eckart Tolle, Stille spricht


7. Dezember 2013

Krieger meditieren (3)

Wenn wir meditieren, üben wir für den Alltag. Wir sitzen da und lassen einen Raum in uns und um uns herum entstehen, der klar und offen und freundlich ist. Und was auch immer darin auftaucht, wir lassen es da sein. Es ist ja schon da. Wir lassen keinen Widerstand zu, sondern öffnen uns dieser Erfahrung. Die Empfindungen werden kommen und gehen, und wir erkennen, dass wir uns nicht wegen jeder Kleinigkeit eine Rüstung anziehen müssen, um unser Herz zu schützen. Wir erkennen, dass wir in genau dieser Offenheit und Unerschrockenheit bleiben können.
  
Wenn wir regelmäßig mit uns selbst sitzen, lernen wir uns gut kennen. Wir erfahren wie stark und wie verletzlich wir zugleich wir sind. Wir lernen, uns mit unserem warmherzigen, mutigen, unverwundbaren Krieger in uns zu verbinden.
Und wenn dann im Alltag eine schwierige Situation eintritt, wir allein und missmutig zu Hause sitzen oder unterwegs sind und blöde angemacht werden, oder unser Partner oder Kind uns provoziert – dann sind wir in der Übung. Wir können uns immer besser mit diesem weiten Raum connecten und mit dem Mut und der Offenheit, dem weichen Herzen.

Oft haben wir das Gefühl, wir machen diese Übung für die anderen. Die sind fies und doof und laufen herum wie ein wandelndes Schlachtfeld – und ich soll mein Herz öffnen? Wir machen diese Übung für uns! und für die gesamte Menschheit. In dem Moment, wenn wir anders reagieren, verändert sich die gesamte Atmosphäre. Auch für den anderen oder Menschen die ebenfalls betroffen sind, verändert sich etwas, wenn wir nicht wie üblich wegrennen oder zurückschlagen. Auch alle anderen erfahren etwas von dem weiten Raum, den wir kreiert haben. Durch Meditieren leisten wir einen Beitrag zum Frieden in uns und danmit in der Welt.

Text nach Pema Chödrön

„Meditation is not a matter of trying to achieve ecstasy, spiritual bliss, or tranquillity, nor is it attempting to become a better person. It is simply the creation of a space in which we are able to expose and undo our neurotic games, our self-deceptions, our hidden fears and hopes.“ Pema Chödrön

 

1. Dezember 2013

Was, wenn man im Alter nicht weise wird?

wenn man seine erfahrungen und sein wissen, seine meinungen und seine werte nicht gefiltert und gereinigt, nicht geputzt und poliert hat? wenn man sich nicht bemüht hat, das das eigene licht durch erkenntnis und weisheit zum leuchten und strahlen zu bringen?

wenn man einfach so vor sich hinlebt, hinpuzzelt, um sich selbst kreist, die mitmenschen mit seinen belanglosigkeiten langweilt oder mit seinem ärger von sich treibt oder in ein aushalten zwingt?

anstatt, die gesammelten erfahrungen und erkenntnisse an die anderen menschen, an die nachfolgenden generationen weiterzugeben, sie dadurch bereichern und seinen beitrag zum ganzen zu geben. wie viel sinnvoller, gut verbrachter muss einem doch das leben erscheinen, wenn man das tut. wie viel schöner, wenn die anderen zu einem kommen für rat und trost, gerne lauschen, gerne erinnerungen teilen, weil sie keine bloßen geschichten sind, sondern immer auch einen teil weisheit beinhalten, den der andere mit nach hause nehmen kann. ...

 





und das kann man nur, wenn man sich mit sich selbst auseinander gesetzt hat und innerlich gewachsen ist. das habe ich heute morgen so gedacht und ich weiß, ich möchte weise werden, wenn ich alt bin.



29. November 2013

Widerstand & Leben


 in den widerstand hineinatmen.

das macht man beim yoga. wenn es richtig anstrengend oder unangenehm oder blöd wird, im körper bleiben, in den körper gehen, spüren, wahrnehmen, was da ist und wie es sich anfühlt, dabeibleiben. ebenso, wenn etwas fest ist oder ungedehnt oder schmerzt. spüren, loslassen, atmen.

erfahrungen mit dem inneren oder körperlichen widerstand sammelt man auch im alltag: da sind oft viele, viele "neins" oder "das sollte anders sein" oder "das hab ich mir anders vorgestellt und so will ich es nicht". sie ploppen so über den tag in uns auf. im geist und dann auch im körper, oder manachmal auch andersherum.
auch hier, wenn man das nein bemerkt, den widerstand erkennt, hineinatmen, atempause machen, innehalten. was ist da? wie fühlt sich das an? was macht das mit mir? was macht das mit diesem moment, mit diesem kontakt, mit diesem gespräch?

widerstände sind normal, aber oft blockieren sie das leben selbst, das sich entfalten will, das sich von allein verändert, permanent. durch widerstand halten wir an dingen, situationen, mustern fest. wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir deshalb vor allem auch diese widerstand-momente erkennen und für uns in weisheit, erkenntnis transformieren. sanft, freundlich & immer so gut es eben gerade in diesem moment geht

27. November 2013

Die Natur des Bewusstseins


Unbewusste Erfahrungen
Normalerweise nimmt man das eigene Bewusstsein nicht zur Kenntnis. Wie ein Fisch im Wasser seine Umgebung für selbstverständlich hält, nehmen wir unser Bewusstsein nicht wahr. Wenn wir un-bewusst leben haben wir aber eine unvollständige Wahrnehmung vom Leben und wir schöpfen nicht aus voller Kraft und Weisheit. 

Wir machen dann zwar Erfahrungen und erleben viele Dinge, haben Gedanken und Gefühle, aber wir sind so darin verstrickt, dass wir oft die Essenz, das Wahre der Erfahrung verpassen.

Wenn wir unser bewusstes Gewahrsein außer acht lassen, geschieht es, dass wir uns ständig auf die Inhalte unserer Erfahrungen konzentrieren, das, was unser Körper erlebt, was wir in Gedanken und Gefühlen erleben. Wir sind vollends mit dem Erleben beschäftigt und lassen uns gehen oder hinreißen. Wir kreieren dadurch oft Dramen oder Konflikte. Und wir leiden oder lassen andere leiden.

Das Bewusstsein ist eine Instanz, von der aus wir die Erfahrungen betrachten könnten, ohne uns in die Inhalte verwickeln zu lassen. Das Bewusstsein ist das, was weiß, dass es diese oder jene Erfahrung gerade macht. In der bewussten Haltung können wir einen Schritt zurücktreten und das Ganze aus einer Art zeitlosen Distanz betrachten.

Denn: Das Bewusstsein kennt keine Zeit. Es existiert außerhalb der Zeit. Der Körper existiert in der Zeit, und wenn wir in den Spiegel schauen, nehmen wir die zeitbedingten Veränderungen wahr. Doch das Bewusstsein, mit dem wir das Spiegelbild betrachten ist zeitlos. Ältere Menschen machen deshalb die Erfahrung, dass sie in einem gealterten Körper sind, sich aber im Geiste noch ganz jung wahrnehmen.

Weisheit entsteht
Wenn wir Erfahrungen machen wie z.B. Gefühle oder Körper- empfindungen, nimmt das Bewusstsein Eindrücke wahr, und mit jedem Eindruck färbt es sich. Je aufmerksamer und klarer unser Geist bei dem Erleben ist, desto besser nehmen wir die Eindrücke wahr, desto bewusster können wir auch lernen, verstehen und Erkenntnisse haben. Das ist dann etwas, das man weise leben nennen könnte.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit vom Inhalt der Erfahrung auf den Raum des Bewusstseins lenken, in dem sie ja stattfindet, kann Weisheit zutage treten.

Achtsamkeitspraxis 
Dafür brauchen wir die Praxis der Achtsamkeit. Wir haben gelernt, im Autopilot-Modus zu leben und viele Dinge automatisch zu denken, zu fühlen, zu erledigen, wahrzunehmen. Durch Achtsamkeit steigen wir da aus, von Moment zu Moment, und wir entwickeln die Fähigkeit des Gewahrseins, ohne uns in die Erfahrung verwickeln zu lassen.

Buddha sagt: Mit dem Geist den Geist beobachten.

Das wichtigste Werkzeug für unsere Weisheits-Entwickung ist unsere Beobachtungsgabe.

Meditation
Wie würde man das Bewusstsein beschreiben? Gibt es dafür Worte? Es hat keinen Ort, keine Farbe, es ist immer im Wandel und doch stet. Es ist leer wie der Raum, doch mit der Qualität des Wahrnehmens.

Wenn wir uns ruhig hinsetzen, den Körper entspannen und den Geist still werden lassen, können wir das Bewusstsein erforschen, studieren, wahrnehmen.

Wir entdecken, es ist klar und offen, es ist wahrnehmend und unbegrenzt. Es ist immer da.

Viele vergleichen die Natur des Bewusstseins mit der Klarheit, Offenheit und Unbegrenzheit den Himmels. Hier erscheinen Wolken und Wetter, Stürme und Regen, Wind und Sonne - doch der Himmel selbst bleibt der gleiche. Wie der Himmel nicht vom momentanen Wetter berührt und verändert wird, so ist das Bewusstsein nicht von der momentanen Erfahrung berührt.

In der Meditation erfahren wir, dass wir der Bewusstheit keinen Einhalt gebieten können. Wir können nicht nicht-erfahren. Gedanken, Geräusche, Gefühle, Körperempfindungen sind immer vorhanden.

Wir können uns in der Meditation aber vorstellen, dass das Bewusstsein ein Raum ist, in dem all diese Erfahrungen Platz haben, in dem sie da sein und wieder verschwinden können. 

Im Alltag können wir uns vorstellen: Das Bewusstsein ist wie ein Fernseher mit unzähligen Kanälen. Es ist nur Empfangsstation und wir können jederzeit umschalten. Frage dich ab und zu: Bin ich vom aktuellen Drama gefangen genommen und verwickle ich mich oder bin ich mir dessen bewusst und versuche, das Ganze mit der Klarheit des Gewahrseins zu sehen? 

Gewahrsein als Fels in der Brandung

"Die Achtsamkeit ist wie ein Fels in der Brandung, ein Ort der Zuflucht und Ruhe in Zeiten des Aufruhrs." Jon Kabat-Zinn
 


Literaturempfehlung: Das weise Herz - Jack Kornfield



14. November 2013

Gewahrsein als Zuflucht



leicht. gelassen. achtsam.

Gewahrsein ist Deine Zuflucht.
Gewahrsein über den Wandel der Gefühle, der Einstellungen, der Stimmungen des Gemüts, über materiellen Wandel und emotionalen Wandel:
Bleibe dabei, denn diese ist eine Zuflucht, welche unzerstörbar ist. 




Sie unterliegt keinerlei Veränderung: Sie stellt eine Zuflucht dar, in die Du vertrauen kannst. Diese Zuflucht ist nichts, was Du erschaffst. Sie ist keine Schöpfung, 
kein Ideal. Sie ist sehr praktisch und einfach, aber wird leicht übersehen oder nicht registriert. Wenn Du achtsam bist, beginnt Dir aufzufallen, dass es so ist. 

Ajahn Sumedo


be light. be at ease. be aware.

Awareness is your refuge.
Awareness of the changingness of feelings, of attitudes, of moods, of material change and emotional change: Stay with that, because it’s a refuge that is indestructible.
It’s not something that changes. It’s a refuge you can trust in. This refuge is not something that you create. It’s not a creation. It’s not an ideal. It’s very practical and very simple, but easily overlooked or not noticed. When you’re mindful, you’re beginning to notice, it’s like this.






10. September 2013

A Still Quiet Place


In unserem alltäglichen Leben befinden wir uns wechselnd in unterschiedlichen Rollen. Sie helfen uns die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Wenn offensichtlich Hausarbeit ansteht, meldet sich in uns vielleicht der Anteil, der es gern sauber hat und der den Überblick behält. Oder wenn Zeit zum Kuscheln mit dem Partner ist, schlüpfen wir vielleicht in die schmusige oder verführerische Rolle. Wenn wir auf der Arbeit sind, funktionieren wir als taffe, selbstbewusste und disziplinierte Menschen, aber in der Freizeit mit den Kindern können wir uns fühlen und rumtollen als wären wir wieder 10. Diese Anteile greifen ineinander, wechseln sich ab und machen ein Teil unserer Persönlichkeit aus. Und diese Anteile helfen uns, wie gesagt.

Doch was passiert, wenn wir eine Rolle annehmen, die gerade gar nicht gefragt ist? Wenn wir zu Hause ankommen und noch im Arbeitsmodus sind, das Kind aber Trost und liebevolle Zuwendung braucht? Oder wenn wir am Wochenende dringend ausruhen und entspannen müssen, um wieder Kraft zu tanken, doch unser ruheloser Antreiber und innerer Kritiker uns zu weiteren Aktivitäten treibt? Oder wenn wir uns gegen jemanden wehren müssen und uns jedes Mal wie ein Kleinkind fühlen, wenn wir eigentlich um unser Recht kämpfen wollen?
Dann hat ein Anteil zu viel Raum eingenommen und verdrängt die anderen, vielleicht hat er sogar die General-Kontrolle übernommen und ist fasst immer präsent oder er ploppt völlig unkontrolliert auf und macht dann scheinbar, was er will. Das kann auch ein grüblerischer oder trauriger Anteil sein, der viel zu viel von unserer Zeit in Anspruch nimmt oder der, der immer alle und jeden umsorgen und bekümmern möchte, wodurch wir selbst zu kurz kommen.

Wir sind wie ein Bus, in dem all die Rollen oder Anteile wie Wesenheiten versammelt sind. Und je nachdem, wer am Steuer sitzt, bestimmt, wohin die Reise geht.

Wie können wir es schaffen, zu bemerken, wenn der Fahrer ausgewechselt werden sollte und es dann auch bewerkstelligen? Wie können wir erkennen, warum der Fahrer gerade glaubt, dass nur er uns in dieser Situation die beste Hilfe ist und nicht merkt, dass vielleicht ein anderer das Steuer übernehmen könnte?

Es gibt einen Ort in uns, an dem wir ganz still und ausgeglichen sind, ganz liebevoll und freundlich, ganz zuversichtlich und klar. Von diesem Ort aus können wir beobachten, was gerade vor sich geht. Wir sehen, wohin der Bus fährt, wer am Steuer sitzt und wer vielleicht gerade um die Fahrerlaubnis kämpft. An diesem Ort sind wir leer, wir wollen nichts und wir sind vollkommen angstfrei und zufrieden. Er ist das Zentrum unseres Systems, unsere innere Mitte.

Von hier aus können wir unsere inneren Kämpfe wahrnehmen, unsere Emotionen und Gedanken, unsere inneren Zustände. Und wir sehen auch die Welt da draußen, die anderen Menschen und Lebewesen, sehen ihre Bedürnisse, Nöte, ihre Emotionen und Lebensweisen.
Fernab von diesem inneren und äußeren Treiben, gibt es also diesen Ort, an dem wir „zu Hause“ sind. Er ist sowas wie das Bewusstsein selbst, unser innerer Zeuge, unser Gewahrsein. Wir kultivieren seine Präsenz durch die Achtsamkeit.

Durch die Praxis der Achtsamkeit üben wir, regelmäßig an diesen Ort zu gehen, um tief durchzuatmen, zu entspannen und uns einen Überblick zu verschaffen. Hier kann uns nichts geschehen, hier sind wir vollkommen sicher, sind wir ganz und heil, uns mangelt es an nichts und wir müssen nichts tun um irgendetwas zu verändern. Hier sind wir freundlich mit uns selbst und beurteilen und kritisieren uns nicht. Hier dürfen wir ehrlich mit uns selbst sein und alle Merkwürdigkeiten zulassen. All die Rollen anschauen und ihr Treiben liebevoll beobachten.  

Wenn wir es üben, diesen freundlichen, inneren Raum als einen Teil von uns zu sehen, bei dem wir Zuflucht nehmen können, sind wir immer und überall sicher.
 
Wir lernen, liebevoller mit uns selbst und den anderen umzugehen, auch wenn es uns gerade schwer fällt. Und wir lernen, von ungesunden Mustern und gewohnten Strukturen Abstand zu nehmen und sie irgendwann sein zu lassen.

Wir erkennen dann vielleicht mit einem Lächeln, dass wir Wochenende haben und uns jetzt dem Nichts-Tun hingeben können und wir das mehr genießen werden als fünf Verabredungen, Shopping und TV. Oder wir erkennen, dass es uns selbst gut tut, zu Hause angekommen die Arbeitswelt hinter uns zu lassen und Kraft und Liebe zu tanken bei unserer Familie, indem wir ihnen und uns selbst Nähe und Aufmerksamkeit schenken. Wir erkennen unsere wahren Bedürfnisse und können Wege und Freiräume schaffen, um sie zu erfüllen. 

Im nächsten Schritt, wenn wir dieses achtsame Schauen von unserem inneren, stillen Ort aus mehr und mehr kultiviert haben, können wir uns später den dominanten Rollen in unserem Leben zuwenden und schauen, warum sie eigentlich da sind. Sie sind keine Anteile, die wir bekämpfen oder auslöschen müssen. Sie sind da, weil wir selbst aus irgendwelchen Erfahrungen gelernt haben, dass wir mit ihrer Hilfe die Welt besser ertragen oder verstehen können, dass wir das Leben besser bewältigen und kontrollieren können, dass wir selbst ein besseres Bild abgeben vor den anderen oder uns selbst.

Es kann aber eben auch sein, dass diese Erfahrungen längst überholt sind und wir in einem Muster gefangen sind. Das kann manchmal ungesund sein. Denn wenn eine Rolle so dominant wird, kann ein anderer Anteil in uns sich nicht verwirklichen. Daher ist es gut, für Ausgleich zu sorgen. Eine Möglichkeit ist, wir fragen diesen Anteil, wieder und wieder: Warum bist du so präsent? Wie versuchst du mir zu helfen? Was kann ich tun, damit du dich nicht so wichtig fühlen musst? - Bis wir zu Einsicht und Verständnis finden.

Für manchen ist dieser stille Ort durch einen Atemzug erreichbar. Als läge er in dem Atem selbst. Die Konzentration auf den Atem lässt uns ruhiger werden. Das System beruhigt sich, Herz, Kreislauf und der Geist schalten einen Gang runter, wenn wir ein paar tiefe, achtsame Atmezüge tun. Wir können es auch mit einem Lächeln versuchen. Manchmal ist man so verbissen oder ernst, da kann sich alle Strenge durch ein Lächeln auflösen und uns an diesen stillen Ort bringen, an dem alles zwar immernoch da ist, wir aber eine entspanntere Haltung dazu haben. -

Und jetzt: atmen, lächeln und einfach das Dasein genießen. Denn du bist perfekt, so wie du bist. An diesem Ort, der in uns allen ist und der uns alle miteinander verbindet, bist du perfekt. Mach ihn zu deinem Zuhause und lebe aus ihm heraus. 

Peace, Love & Namaste
Sarina
  

Mehr zum Thema achtsamkeitsbasierte systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen findet ihr in dem wertvollen und nett illustrierten Buch von Tom Holmes: Reise in die Innenwelten.
  

2. September 2013

Die Freude des Kriegers (2)





„The only reason we don't open our hearts and minds to other people is that they trigger confusion in us that we don't feel brave enough or sane enough to deal with. To the degree that we look clearly and compassionately at ourselves, we feel confident and fearless about looking into someone else's eyes.“


Wenn dich einer anschreit, ist dein erster Impuls vielleicht, ihn zu beschuldigen. Oder den Raum zu verlassen. Oder deine eigene Wut auszuagieren. Wenn du den anderen beschuldigst, würde dir vielleicht jeder andere beipflichten, dass das, was der andere getan hat, nicht korrekt war und verletzt hat. Doch das ist nicht das Entscheidende. Der Punkt ist, dass du in diesem Moment in ein Muster eintritts, von richtig und falsch, von Opfer und Täter ... Und du schließt dich selbst in diesem Muster ein. Du schließt dich in einem Raum der vermeitlichen Sicherheit ein, du bewaffnest dein Herz – und beginnst deinen Anteil von dem Spiel zu übernehmen. Du bildest weiter dein Ego, deine Geschichte.

Hier an diesem Punkt offen zu bleiben und das Herz weiter werden zu lassen, einen großen, achtsamen Raum zu kreieren, ist so ähnlich wie das Ganze als ein Wunder zu betrachten und einfach neugierig zu sein. 

Wir nehmen uns selbst oft so furchtbar erst. Und auch diese Krieger-Praxis wirkt manchmal sehr ernsthaft. Am Ende hat es aber sehr viel mit Freude zu tun. Das bedeutet es, ein Krieger zu sein:

Den Mut und die Freundlichkeit deines Wesens feiern,
die in diesem Moment in dir sichtbar werden,
wenn du dich öffnest anstatt dich zu bewaffnen.

Jedem dankbar sein
Wir können diesen Menschen, die unsere Knöpfe drücken, dankbar sein. Sie zeigen uns, wo wir feststecken. Wir wissen manchmal schon richtig viel über uns und erkennen doch nicht ganz, wo wir genau feststecken und ungesunde Muster weiterführen. Jeder hat diese blinden Flecken. Denn wir sind so sehr daran gewöhnt, dass dies oder jenes ein Teil von uns ist, dass wir nicht erkennen können, was es eigentlich ist. Wir stecken fest. Und wir brauchen diese Menschen, die uns dann an dieser Stelle aufrütteln. Deshalb ist der Krieger dankbar für jeden, dem er begegnet. Bei jeder Begegnung hat er die Möglichkeit zu praktizieren.

Vielleicht bist du in totalem Frieden mit dir selbst und bist froh und glücklich und stolz darüber, was für ein super Krieger du schon bist. Und dann kommt diese eine Person herein und drückt deine Knöpfe – verlierst du die Kontrolle oder praktizierst du? Hier an diesem Punkt, beginnt deine Praxis. Und egal wie verletztend oder missbrauchend diese eine Person dir gegenüber ist, es ist immer noch dieselbe Praxis:

Wenn du dich verlierst, wird deine Sicht unklar, vernebelt, du wirst ignorant. Und irgendwas macht dicht, das Herz macht definitiv dicht.

Bleib offen. Schaffe Raum und lass frische Luft rein.
Tritt einen Schritt zurück und sieh, was dort passiert, was in dir passiert.
Bleib freundlich, offen und klar.


Nach Pema Chödron: Geh an die Orte, die du fürchtest



29. August 2013

Krieger des Herzens werden (1)

Krieger des Herzens werden
Nach Pema Chödrön 


„Hallo, kleines Mädchen! Lass doch nicht zu, dass das Leben dein Herz verhärtet!“ – Dies war die erste Unterweisung in Bodhichitta, welche die buddistische Nonne und Lehrerin Pema Chödrön als kleines, wütendes Mädchen auf der Straße von einer fremden, alten Frau bekam.
Bodhi bedeutet erwacht, erleuchtet, völlig offen. Chitta heißt Geist, Bewusstsein, aber auch Herz. Bodhichitta wird mit unserer Fähigkeit zu lieben gleichgesetzt, mit Mitgefühl, mit unserer Fähigkeit, das Leiden der anderen mitzuempfinden und uns um andere zu kümmern.

Uns fällt es normalerweise sehr schwer, das eigene Leid und das der anderen zu ertragen. Ohne dass wir uns dessen bewusst sind, schotten wir uns ständig gegen das Leiden ab. Wir wollen es lieber nicht sehen, lieber nicht erleben, spüren, ertragen, damit umgehen müssen – weil es uns Angst macht.
Wir entwickeln eine Vielzahl von Strategien, wie wir dieses Leiden nicht empfinden müssen, z.B. Meinungen und Vorurteile, ungesunde Verhaltensmuster, Süchte usw. Wir haben einfach so große Angst, verletzt zu werden, dass wir um uns herum Mauern errichten, die uns schützen sollen. Diese Mauern werden dann noch durch alle möglichen Emotionen verstärkt, z.b. Zorn, Gleichgültigkeit, Neid, Arroganz, Stolz...

Diese komplexe Struktur von Verhaltensmustern, starken Emotionen und Glaubenssätzen ist das, was man im Buddhismus Ego nennt. Es ist das, was wir glauben, was wir sind, was uns ausmacht. Daran gekoppelt ist unsere Geschichte, unsere Kindheit, Jugend, Berufsleben, Elternschaft usw., all die Erinnerungen, Erlebnisse, die wir hegen und pflegen, die wir uns selbst im Geiste und auch den anderen immer wieder erzählen. Es ist das Bild, das wir von uns kreieren: ich bin der, der diese und jene Meinung hat, der so und so empfindet, dem das egal ist und das andere wichtig usw. Diese Struktur gibt uns eine vermeintliche Sicherheit, dass wir gegen die Verletzungen des Lebens gewappnet sind.
Wir holen unsere Waffen raus, wann immer eine Verletzung droht oder vielleicht laufen wir sogar permanent in einer Rüstung umher. Wir laufen weg, schreien herum, bestrafen, maßregeln, verletzen, kontrollieren. So groß ist die Angst vor dem Verletztwerden, dem Alleinsein, dem Verlorensein, dem Ungenügend- und Verkehrtsein.
 
Jeder, ausnahmslos, bildet diese Strukturen. Letztendlich in der Hoffnung, damit irgendwie glücklich zu werden. Am Ende trägt jeder aber bloß all diese Geschichten und Gewohnheiten und emotionale Schutzschilde mit sich herum und eine authentische Begegnung mit dem anderen wird unendlich schwer. Die Egos verheddern sich ineinander, gehen auf einander ein, beziehen sich aufeinander und versuchen miteinander zu funktionieren, sie treiben Spielchen miteinander und schauen doch immer, dass sie selber am besten wegkommen.
Eigentlich aber sind wir gar nicht an diesen Spielchen interessiert. Wir, die da drin hinter diesen Mauern sitzen, wir fühlen uns vielleicht etwas sicherer, aber auch eingesperrt, da wir uns nur innerhalb dieser Grenzen bewegen können, und wir im Grunde ständig Angst haben, dass jemand entdecken könnte, dass wir gar nicht so sind wie wir vorgeben und uns dann nicht mehr liebt.
Wir sehnen uns danach, unsere Verletzlichkeit zu offenbaren, all unsere Ängste, Wünsche, Hoffnungen, das alles zeigen zu dürfen, vorbehaltlos, und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass sich wenigstens ein Mensch findet, der all das sehen will und ok findet und vor dem wir uns nicht bewaffnen müssen oder dicht machen müssen.
In unseren Freunden, unserem Partner oder unseren Kindern erhoffen wir uns, diese Menschen zu finden. Doch auch mit ihnen entwickeln wir Verhaltensmuster und Rollenstrukturen – vor allem, wenn der andere uns verletzt hat, wenn wir uns für uns selbst schämen und uns damit selbst verletzen, oder wenn wir das Gefühl haben, stark sein zu müssen. Dann bewaffnen wir uns sofort wieder und gehen in Sicherheit.

Wählt man den Weg des Kriegers, entscheidet man sich dafür, nicht zu verhärten, möglichst wenige Mauern zu errichten und so offen wie möglich zu bleiben.

Die uns angeborene Fähigkeit zu lieben, ist wie ein Riss in diesen Mauern. Mit etwas Übung können wir diese Öffnung finden, sie wahrnehmen und den Augenblick der Verletzlichkeit als Chance nutzen, das Bodhichitta, das klare, offene Herz in uns zu erwecken, zu vergrößen, zu hegen und zu pflegen. So wird man zum Bodhisattva, zum Krieger – natürlich nicht zum aggressiven und vernichtenden Krieger, sondern zum Krieger, der bereit ist, die eigenen selbstbezogenen Reaktionen und ihre Selbsttäuschungen zu durchschneiden, der sich darin übt, das Herz zu öffnen und den Geist zu schulen. Ein Krieger schult sich darin, seinen Mut und seine Liebe zu wecken.

Ich habe mich bemüht einen Aspekt von Pemas Lehre darzustellen, weitere werden folgen. Als Literatur empfehle ich: 


23. August 2013

Trust the process

wenn ich davon ausgehe, dass ich als mensch einfach da sein darf, und dass ich für die anderen menschen auch einfach nur da sein möchte, dann möchte ich nun lernen, so sehr beim anderen zu sein, dass ich spüre, höre, mitbekomme, was der andere braucht. dass ich ihn wahrnehme. 

dass ich meine resonanz auf ihn von seinem tatsächlichen sein unterscheiden kann. und somit auch meine projektionen auf ihn aufgeben kann. ich weiß, dass ich nichts weiß und nichts wissen werde, weder über mich noch über den anderen. alles befindet sich im prozess, in der veränderung, wir eingeschlossen.
wenn der andere das meine gerade nicht annehmen kann und will, kann es daran liegen, dass ich nicht ganz bei ihm bin, dass ich ihn doch nicht ganz gespürt habe oder dass es doch einfach meine ideen und ziele sind, die ich auf ihn projiziere - was eben nichts mit dem gewünschten beieinander sein und füreinander da sein zu tun hat. ich will also lernen, projektionen von den bedürfnissen zu unterscheiden, die ich ja schließlich auch habe, und die da auch noch untergebracht werden müssen. 

jeder geht seinen weg. wir können einander begleiten und stützen. am besten wäre es, wir wären einfach für einander da. ohne wenn und aber.

als ich mit der achtsamkeitspraxis begann, bekam ich auf einen schwung ziemlich viele antworten. inzwischen tauchen wieder viele fragen auf. ich versuche geduldig zu bleiben und den prozess sich entwickeln zu lassen.
es ist ein bisschen so, als ob man in einer kiste gesessen hat und das für seine ganze welt gehalten hat. bis eine tür aufging und eine tolle erweiterte welt zutage trat. doch auch das ist wieder eine kiste, bloß eine größere. so geht es vermutlich in einem fort.

das ist alles ganz schön aufregend und manchmal sehr irritierend. und gleichzeitig fühlt es sich gut und richtig an. love mindfulness. ich glaube wirklich, die achtsamkeitspraxis ist eine sehr gute basis um sich selbst und die ganze welt zu erkunden!

ich glaube, heute habe ich ein paar neue dinge gelernt und verstanden. (und nächstes jahr werde ich dasselbe nochmal verstehen usw.) 

love life! 
♥ ☮ ॐ
 

22. August 2013

Respekt und Wertschätzung in der Partnerschaft

wie geht man damit um, wenn einem der partner nicht mit genügend respekt begegnet - seit einem gespräch mit einer teilnehmerin gestern beschäftigt mich die frage.
wenn man sich dann mies und klein und ungeliebt fühlt, ist man auch dann selbst dafür verantwortlich? nach dem motto, es sind meine gedanken, meine gefühle...
wie kann man sich anders fühlen und die situation ändern, weil man sich von dem geliebten menschen eigentlich nicht trennen möchte?

ich glaube, dass auch in solchen momenten wir bestimmen können, wie das verhalten des anderen auf uns wirkt und unsere gefühle beeinflusst. wenn es uns traurig macht, sollte man die trauer annehmen und sich selbst der nächste und beste freund sein, sich selbst in sicherheit bringen und diesem doofen gefühl raum geben.

doch dann sollte man sich erinnern, das es der totale blödsinn ist, wenn irgendein mensch dieser welt an unser innerstes rühren und es mit seinen leichtfertigen bemerkungen verletzen will. dieser innere kern leuchtet und ist unantastbar. das muss man sich selbst immer wieder klar machen. dieser kern ist stark und schön und perfekt und kann durch nichts und niemand zerstört oder beschmutzt werden.

wenn dann also der andere mit seiner lächerlichen respektlosigkeit diesem strahlend schönen wesen, das wir sind, begegnet - ist das nicht eigentlich zum lachen? ist das nicht zum dem-anderen-mitfühlend-auf- die-schulter-klopfen, dass er das noch nicht kapiert hat? und dann, in dieser starken schönheit, kann man vielleicht die einfachen worte finden, um dem anderen zu sagen, wie verkehrt er da liegt mit seinem urteilen und seinem verhalten. dass es verletzend für einen ist, aber dass er sich selbst am meisten damit beschmutzt und er einem deshalb leid tut. dass man aber bereit ist, einen gemeinsamen weg zu finden, diese art der kommunikation und beziehung zu verändern, weil man den anderen aufrichtig und trotz aller fehler liebt.

wenn ich also den worten des anderen keinerlei glauben schenke, weil ich darin geübt bin, mich mit meinem schönen, starken selbst zu verbinden und immer wieder seine perfektion und sein strahlen wahrnehme. und wenn ich dem anderen in dieser aufrichtigen verletzlichkeit und trotzdem stärke begegne, ohne beleidigung, ohne ultimatum, ohne gegenwehr oder rechtfertigung, ohne drama und geschrei. - dann meistern wir tatsächlich mit unseren gedanken unser wohlbefinden und verändern diese beziehung massiv.

also, jungs und mädels, wo auch immer ihr steckt in eurem prozess. es ist ok, wo ihr seid, nun schaut wo ihr hin möchtet.

21. August 2013

Die Einladung - Oriah Mountain Dreamer



Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du es wagst davon zu träumen, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.


Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude sein kannst, meiner oder deiner eigenen, ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein, oder an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du dein Leben aus SEINER Gegenwart entspringen lassen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und trotzdem am Ende eines Sees stehen kannst, um zum silbernen Vollmond zu rufen, „Ja„.

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wieviel Geld du hast. Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen, um dich um die Kinder zu kümmern.

Es interessiert mich nicht wissen, wer du bist, und wie es kommt, wie es kommt, dass du hier bist. Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt. Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich magst.

20. August 2013

Sei nett, auch wenn der andere gerade doof ist

„Liebe mich auch dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.“ Buddhistische Weisheit

Was für ein Wort! Darin steckt ganz viel Herz, Verstand, Wärme, Mitgefühl und Willenskraft drin. Eben erzählte mir eine Freundin von ihrer Arbeit in einem Heim für gestörte Kinder, die oft agressiv, ruppig oder einfach nervig sind. Während sie mir die wunderbare Verwandlung beschrieb, die in den Kindern tatsächlich vorgeht, wenn sie auf deren Ärger mit Liebe und Mitgefühl reagiert, stiegen mir die Tränen in die Augen.
Jeder kennt das, dass man doof ist zu den anderen ist, dass man sich im Ton vergreift oder richtig blöde Fehler macht, eklig ist, unaufmerksam oder einfach unkooperativ mit seinen Mitmenschen. Oder wie oft sind wir überkritisch und gemein zu uns selbst, wenn wir unzufrieden sind mit uns oder einfach mehr und anderes von uns erwarten?
Es ist doch so: In diesen Momenten ist einfach viel Schmerz in uns selbst und unser komisches Verhalten drückt unsere Irritation, Angst, Wut oder Trauer aus. Das ist auch ok. Und deshalb sollte man versuchen, in solchen Momenten beim anderen nicht noch eins drauf zu legen und denjenigen abzulehnen oder anzumotzen... Wenn der andere lieb ist, ist es keine große Herausforderung, auch lieb zu sein. Unsere Liebe und unser Mitgefühl werden in den schwierigen Momenten auf die Probe gestellt.

Also Herz auf, gerade wenn es dir am schwersten fällt!

19. August 2013

Zuhören & da sein

Das größte Geschenk, das du einem anderen Menschen im Zusammensein machen kannst, ist ihm die volle Aufmerksamkeit zu schenken und ihm das Gefühl zu geben, das er sich bei dir sicher und geborgen fühlen kann.

Was bedeutet für dich Sicherheit?
Wann fühlst du dich sicher?
Wie möchtest du, dass man dir zuhört?
Wie möchtest du gesehen werden?

Die Antwort auf diese Fragen können dir helfen, wenn du deinem Partner, deinem Kind, deinem Haustier, deiner Kollegin oder einfach dem nächsten Menschen, dem du begegnest, dieses schöne Geschenk machen möchtest.

♥ & ☮ sa

Bodyscan

Entspanne Körper und Geist mit dieser simplen Übung morgens, abends oder in der Mittagspause


Beim Body Scan liegen wir bequem und warm auf dem Rücken, wir schließen die Augen oder lassen sie offen, falls wir sonst einschlafen. Wir stellen uns der Reihe nach auf die verschiedenen Körperregionen ein und schauen, in welchem Zustand sie sich befinden. Dazu atmen wir in die einzelnen Körperteile hinein, dass heißt, wir stellen uns vor, wir der Atem vom Scheitel durch unseren ganzen Körper z.B. bis in unseren kleinen Zeh fließt.  So wird der gesamte Körper durchgeatmet, durchgescant. Die Übung hilft uns, Kontakt zu unserem Körper aufzunehmen, in Ruhe und ohne Eile, aufmerksam und wach. Wir erlernen die Fähigkeit, unsere Energie ganz gezielt in bestimmte Körperteile zu lenken. So kann man dann z.B. auch innere Heilprozesse unterstützen. Mit der Zeit entsteht ein wunderbares Gefühl der Ganzheit, des Ganz Seins. Wenn man abends Einschlafprobleme hat, kann man den Bodyscan zusätzlich zum Einschlafen machen. 

Alles darf da sein
Was ist, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Zehen lenken, dabei aber nichts spüren? Dann ist die augenblickliche Erfahrung eben die, dass wir unsere Zehen nicht spüren, was weder gut noch schlecht ist.
Wenn unsere Konzentration durch Schmerzen in anderen Körperregionen abgelenkt wird, lassen wir uns davon nicht beirren. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf die Zehen, so gut es eben geht. Dann bewegen wir uns systematisch aufwärts, durch den linken Fuß, das linke Bein, die Hüfte, dann den rechten Fuß und das rechte Bein usf.
Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt den Empfindungen und den Gedanken, die im Zusammenhang damit aufsteigen können, ohne jedoch deren Inhalt zu bewerten. Unsere Haltung ist wach, interessiert und annehmend. Auch wenn wir uns unserer „Problemzone“ nähern, bleiben wir offen, empfänglich und frei von Erwartungen. Wir schenken diesem Teil unseres Körpers dieselbe volle Aufmerksamkeit wie zuvor den Zehen und Beinen, nicht mehr und nicht weniger.  

Loslassen
Durch das bewusste wiederholende Loslassen aller körperlichen Empfindungen und aller damit verbundenen Bilder und Gedanken können sich die Muskeln lockern. Die angestauten Spannungen werden freigesetzt. Am Ende der Übung bleiben wir noch eine Weile still liegen und genießen die Ruhe. Wenn wir innerlich bereit sind, bewegen wir zunächst sanft die Hände und Füße, wir können den Kopf ein wenig hin und her bewegen, das Gesicht massieren, den Körper strecken.
Wenn wir den Prozess mal als einen Reinigungsprozess sehen, bei dem der Atem alle unnötige Anspannung oder Schmerzen aus dem Körper wäscht, können wir nach dem Bodyscan ein Gefühl von Erfrischung oder  Energetisierung spüren. 



Die Dämonen füttern

 

„Dont fight your desease, but feed it with what it needs, bring it up and feed it with love and compassion.“ Tsultrim Allione

Bekämpfe deine Erkrankung nicht, sondern füttere sie mit dem, was sie braucht. Hole sie ans Licht und füttere sie mit Liebe und Mitgefühl.
Wenn wir krank sind, z.B. eine Erkältung haben oder einen Hautausschlag, oder Muskelbeschwerden oder eine chronische Krankheit, die unser Leben stark beeinflusst, neigen wir dazu, die Erkrankung als Feind zu sehen, als etwas, dass da gegen uns ist und uns nicht so sein lässt, wie wir es wollen.

Wiederstände bewirken immer, dass etwas bleibt. Anerkennen, akzeptieren, anschauen baut den Druck ab und öffnet den Raum für Heilung. 

Dies ist ein fundamentales Prinzip der Achtsamkeit: Widerstand aufgeben. Man kann es nicht genug sagen, denken, sich in Erinnerung rufen. 

Wenn wir den Widerstand aufgeben, schauen wir achtsam und liebevoll das an, was ist. Wir können uns uns selbst zuwenden und spüren, was da ist. Vielleicht sind da Ärger, Trauer, Angst, Erschöpfung, Mangel...? Diese wollen bloß gesehen werden, mit liebevollen Augen und einem sich sorgenden, mitfühlenden und kümmernden Herz und Geist. Heilung ist jederzeit möglich, sie geschieht schon, unser Körper ist für uns und wird uns unterstützen.

Eine Frage, ein Mantra, das mich seit einiger Zeit durch die Tage begleitet, ist: Was nährt mich? Was gibt mir Kraft, Geborgenheit, gute Energie?

Namaste, sa

Verbundensein und Meditation


Die Dämonen füttern – Lama Tsültrim Allione

Ursprüngliches Verbundensein und Einheit

"Angst nimmt ihren Ursprung in einer grundlegenden Spaltung, die mit der Entstehung des Egos zu tun hat. Aber lass uns grundsätzlich beginnen: Es gibt den uranfänglichen Grund des Daseins, und es gibt die Ausstrahlung dieses Grundes des Daseins. Die Ausstrahlung geht aus dem Urgrund hervor und drückt diesen aus. (Was ich mit „Ausstrahlung“ meine, ist der Ausdruck, die Erscheinung, das Display – alles was wir in der Welt sehen, ist in Wirklichkeit die Erscheinung unseres Geistes.)

Und dann gibt es einen Moment – wir wissen nicht genau, warum dies passiert, aber es passiert –, in dem das Bewusstsein, das aus dem Urgrund des Daseins ausstrahlt, sich plötzlich als ein vom Grund Getrenntes fühlt. In diesem Moment wird Angst geboren. In diesem Moment spalten sich der Grund und die Erscheinungsformen des Grundes. Plötzlich versäumt die Ausstrahlung des Grundes, ihre Einheit mit dem Grund zu erkennen.

Bewältigungsstrategien des Egos

Wenn die Fähigkeit zur Erkenntnis [dass wir mit dem Urgrund verbunden sind] nicht vorhanden ist, bewegt sich das Bewusstsein, ausgehend von diesem grundlegenden Moment der Panik, nach außen. Es versucht, im außen Probleme zu lösen, die nur durch Umkehr gelöst werden können, die nur Auflösung finden, wenn das Bewusstsein in sich selbst ruht. Das Ego entsteht aus der Angst im Augenblick der Trennung vom Grund.

Unsere Ego-Strategien, um Angst aufzulösen, sind die fünf hinderlichen, emotionalen Muster: Ignoranz, Wut, Stolz, Neid und Gier. Es sind versuche, sich selber zu fühlen, denn die Erfahrung der Trennung erzeugt Verunsicherung und Angst.

Aber diese Strategien funktionieren nicht, und so leben wir mit einem fortwährenden Irrtum. Die Strategien der Egos – deines Partners, deiner Schwester, deines Vaters, deines Lehrers –, sie verschlingen sich alle miteinander, und jeder versucht eine Lösung zu finden, die er „Glücklichsein“ nennt. Aber alle bewegen sich in die falsche Richtung, gehen nach außen.

Der Geist versucht ständig 1) mögliche Angriffe auf sich ausfindig zu machen, 2) sucht nach Dingen, die ihn vielleicht stabilisieren, und 3) ignoriert alles andere. Das sind die drei wesentlichen Gifte.
Das Ego ist so eine Art Hauptquartier, von dem ständig spionierende Überwachungswagen ausgesandt werden. Sie fahren Streife und erleben alles als auf sie zukommend. So melden sie zurück: Hier kommt eine Gefahr, dort kommt ein Angriff, das könnte dich stärken oder dies ist unwichtig.
Unser Leben besteht über weite Strecken aus diesen Rückmeldungen und unseren entsprechenden Reaktionen darauf.

Meditation und Wiedervereinigung

In der Meditation stoppen wir diesen Vorgang – zum einen, indem wir körperlich zur Ruhe kommen, und zum anderen, indem wir den Geist ruhiger werden lassen. Mit den Praktiken zur Natur des Geistes wenden wir das Bewusstsein, das sich nach außen gewandt hat und nach allem greift, zurück, damit es sich selbst sieht. Im Moment des Umwendens und Schauens gibt es eine natürliche Erfahrung von Vereinigung.

Wenn wir praktizieren, lernen wir in der Vereinigung zu verweilen. Das ist die Rückkehr der Ausstrahlung , die erkennt, dass sie untrennbar ist vom Grund.

Die Frage nach der Angst ist wirklich fundamental. Wenn wir an die ursprüngliche Angst herankommen können, dann können wir uns von allen Folgeängsten, allen Sekundärängsten befreien und sie aufgeben: Die Angst, angegriffen zu werden, zu dick zu sein, die Angst nicht genug zu sein, die Angst vor Höhe, vor dem Dunkel ...

Wenn wir lernen können, im Geiste zu ruhen, der wie der Himmel ist, nicht geboren, nicht endend und unbegrenzt, wenn wir erkennen können, dass dies tatsächlich unser eigentlicher Zustand ist, dann lösen wir diese grundlegende Angst auf.
Wir können gegenüber unseren Ängsten unzählige Strategien entwickeln. Aber solange wir nicht an die Angst herankommen, die an der Wurzel von allen Ängsten liegt, werden fortwährend neue Ängste entstehen. Sie sind einfach ein Begleitprodukt unseres Egobewusstseins.

Alle Meditationspraktiken zielen auf das Wiedererkennen der Untrennbarkeit, der Nichtdualität von allem. Mithilfe unserer Praxis können wir zu diesem Wiedererkennen gelangen. [...]

Ich glaube, der beste und wirksamste Schutz ist, wenn du dich gar nicht schützt. Im Grunde ist es genau das Gegenteil von Schutz, weil du dich nur entspannst. Denn Angst hat immer ein Element von Verengung und Schrumpfung. Aber der Urgrund des Seins hat keine Grenzen. Man kann nicht gleichzeitig mit dem Urgrund verbunden und in einem zusammengezogenen Zustand sein. Die Erfahrung von Furchtlosigkeit ist nicht eine Art Machotapferkeit, gerüstet bis an die Zähne und dann auf in den Kampf. Ich bin nicht furchtlos, wenn ich total geschützt bin. Von einem buddhistischen Standpunkt aus gesehen ist das nicht Furchtlosigkeit.  Ich bin furchtlos, wenn ich total ungeschützt bin, weil ich begreife, dass ich keinen Schutz brauche.
Die „Dämonenarbeit“ ist eine westliche Adaption des Ansatzes von Chöd. Bei der Dämonenarbeit fühlt man die Angst als Energie im Körper, und wir erlauben, dass sich diese Angst verkörpert. Dann schauen wir, was die Angst braucht, warum sie uns verfolgt. Und durch dieses „Füttern“ wird sie aufgelöst und verwandelt sich in einen Verbündeten.[1] Die Spannung löst sich auf. Es geht um eine Umkehr und Begegnung. Das ist nicht so leicht. Aber diejenigen, die es machen, merken: Angst zu haben ist auch nicht leicht und viel Arbeit, viel äußeres und inneres Rennen. Denn wenn man Angst hat, rennt man immer ein wenig vor der Angst weg. Aber das zu umarmen, was dich verfolgt, ihm ins Auge zusehen, setzt eine Menge Energie frei."

gekürzt aus: Buddhismus aktuell 04/2012



www. taramandala.org

Tsültrim Allione: Den Dämonen Nahrung geben: Buddhistische Techniken zur Konfliktlösung. Mit einem Vorwort von Jack Kornfield








[1] Man könnte meinen durch das „Füttern „würden die Ängste größer, doch das Gegenteil ist der Fall. Sie werden größer, wenn wir Widerstand gegen sie leisten, sie einfach nur weg haben wollen oder davonlaufen, vermeiden, ignorieren. Wenn wir die Ängste wirklich anschauen, anerkennen und verstehen, lösen sie sich mit der Zeit auf.