29. November 2013

Widerstand & Leben


 in den widerstand hineinatmen.

das macht man beim yoga. wenn es richtig anstrengend oder unangenehm oder blöd wird, im körper bleiben, in den körper gehen, spüren, wahrnehmen, was da ist und wie es sich anfühlt, dabeibleiben. ebenso, wenn etwas fest ist oder ungedehnt oder schmerzt. spüren, loslassen, atmen.

erfahrungen mit dem inneren oder körperlichen widerstand sammelt man auch im alltag: da sind oft viele, viele "neins" oder "das sollte anders sein" oder "das hab ich mir anders vorgestellt und so will ich es nicht". sie ploppen so über den tag in uns auf. im geist und dann auch im körper, oder manachmal auch andersherum.
auch hier, wenn man das nein bemerkt, den widerstand erkennt, hineinatmen, atempause machen, innehalten. was ist da? wie fühlt sich das an? was macht das mit mir? was macht das mit diesem moment, mit diesem kontakt, mit diesem gespräch?

widerstände sind normal, aber oft blockieren sie das leben selbst, das sich entfalten will, das sich von allein verändert, permanent. durch widerstand halten wir an dingen, situationen, mustern fest. wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir deshalb vor allem auch diese widerstand-momente erkennen und für uns in weisheit, erkenntnis transformieren. sanft, freundlich & immer so gut es eben gerade in diesem moment geht

27. November 2013

Die Natur des Bewusstseins


Unbewusste Erfahrungen
Normalerweise nimmt man das eigene Bewusstsein nicht zur Kenntnis. Wie ein Fisch im Wasser seine Umgebung für selbstverständlich hält, nehmen wir unser Bewusstsein nicht wahr. Wenn wir un-bewusst leben haben wir aber eine unvollständige Wahrnehmung vom Leben und wir schöpfen nicht aus voller Kraft und Weisheit. 

Wir machen dann zwar Erfahrungen und erleben viele Dinge, haben Gedanken und Gefühle, aber wir sind so darin verstrickt, dass wir oft die Essenz, das Wahre der Erfahrung verpassen.

Wenn wir unser bewusstes Gewahrsein außer acht lassen, geschieht es, dass wir uns ständig auf die Inhalte unserer Erfahrungen konzentrieren, das, was unser Körper erlebt, was wir in Gedanken und Gefühlen erleben. Wir sind vollends mit dem Erleben beschäftigt und lassen uns gehen oder hinreißen. Wir kreieren dadurch oft Dramen oder Konflikte. Und wir leiden oder lassen andere leiden.

Das Bewusstsein ist eine Instanz, von der aus wir die Erfahrungen betrachten könnten, ohne uns in die Inhalte verwickeln zu lassen. Das Bewusstsein ist das, was weiß, dass es diese oder jene Erfahrung gerade macht. In der bewussten Haltung können wir einen Schritt zurücktreten und das Ganze aus einer Art zeitlosen Distanz betrachten.

Denn: Das Bewusstsein kennt keine Zeit. Es existiert außerhalb der Zeit. Der Körper existiert in der Zeit, und wenn wir in den Spiegel schauen, nehmen wir die zeitbedingten Veränderungen wahr. Doch das Bewusstsein, mit dem wir das Spiegelbild betrachten ist zeitlos. Ältere Menschen machen deshalb die Erfahrung, dass sie in einem gealterten Körper sind, sich aber im Geiste noch ganz jung wahrnehmen.

Weisheit entsteht
Wenn wir Erfahrungen machen wie z.B. Gefühle oder Körper- empfindungen, nimmt das Bewusstsein Eindrücke wahr, und mit jedem Eindruck färbt es sich. Je aufmerksamer und klarer unser Geist bei dem Erleben ist, desto besser nehmen wir die Eindrücke wahr, desto bewusster können wir auch lernen, verstehen und Erkenntnisse haben. Das ist dann etwas, das man weise leben nennen könnte.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit vom Inhalt der Erfahrung auf den Raum des Bewusstseins lenken, in dem sie ja stattfindet, kann Weisheit zutage treten.

Achtsamkeitspraxis 
Dafür brauchen wir die Praxis der Achtsamkeit. Wir haben gelernt, im Autopilot-Modus zu leben und viele Dinge automatisch zu denken, zu fühlen, zu erledigen, wahrzunehmen. Durch Achtsamkeit steigen wir da aus, von Moment zu Moment, und wir entwickeln die Fähigkeit des Gewahrseins, ohne uns in die Erfahrung verwickeln zu lassen.

Buddha sagt: Mit dem Geist den Geist beobachten.

Das wichtigste Werkzeug für unsere Weisheits-Entwickung ist unsere Beobachtungsgabe.

Meditation
Wie würde man das Bewusstsein beschreiben? Gibt es dafür Worte? Es hat keinen Ort, keine Farbe, es ist immer im Wandel und doch stet. Es ist leer wie der Raum, doch mit der Qualität des Wahrnehmens.

Wenn wir uns ruhig hinsetzen, den Körper entspannen und den Geist still werden lassen, können wir das Bewusstsein erforschen, studieren, wahrnehmen.

Wir entdecken, es ist klar und offen, es ist wahrnehmend und unbegrenzt. Es ist immer da.

Viele vergleichen die Natur des Bewusstseins mit der Klarheit, Offenheit und Unbegrenzheit den Himmels. Hier erscheinen Wolken und Wetter, Stürme und Regen, Wind und Sonne - doch der Himmel selbst bleibt der gleiche. Wie der Himmel nicht vom momentanen Wetter berührt und verändert wird, so ist das Bewusstsein nicht von der momentanen Erfahrung berührt.

In der Meditation erfahren wir, dass wir der Bewusstheit keinen Einhalt gebieten können. Wir können nicht nicht-erfahren. Gedanken, Geräusche, Gefühle, Körperempfindungen sind immer vorhanden.

Wir können uns in der Meditation aber vorstellen, dass das Bewusstsein ein Raum ist, in dem all diese Erfahrungen Platz haben, in dem sie da sein und wieder verschwinden können. 

Im Alltag können wir uns vorstellen: Das Bewusstsein ist wie ein Fernseher mit unzähligen Kanälen. Es ist nur Empfangsstation und wir können jederzeit umschalten. Frage dich ab und zu: Bin ich vom aktuellen Drama gefangen genommen und verwickle ich mich oder bin ich mir dessen bewusst und versuche, das Ganze mit der Klarheit des Gewahrseins zu sehen? 

Gewahrsein als Fels in der Brandung

"Die Achtsamkeit ist wie ein Fels in der Brandung, ein Ort der Zuflucht und Ruhe in Zeiten des Aufruhrs." Jon Kabat-Zinn
 


Literaturempfehlung: Das weise Herz - Jack Kornfield



14. November 2013

Gewahrsein als Zuflucht



leicht. gelassen. achtsam.

Gewahrsein ist Deine Zuflucht.
Gewahrsein über den Wandel der Gefühle, der Einstellungen, der Stimmungen des Gemüts, über materiellen Wandel und emotionalen Wandel:
Bleibe dabei, denn diese ist eine Zuflucht, welche unzerstörbar ist. 




Sie unterliegt keinerlei Veränderung: Sie stellt eine Zuflucht dar, in die Du vertrauen kannst. Diese Zuflucht ist nichts, was Du erschaffst. Sie ist keine Schöpfung, 
kein Ideal. Sie ist sehr praktisch und einfach, aber wird leicht übersehen oder nicht registriert. Wenn Du achtsam bist, beginnt Dir aufzufallen, dass es so ist. 

Ajahn Sumedo


be light. be at ease. be aware.

Awareness is your refuge.
Awareness of the changingness of feelings, of attitudes, of moods, of material change and emotional change: Stay with that, because it’s a refuge that is indestructible.
It’s not something that changes. It’s a refuge you can trust in. This refuge is not something that you create. It’s not a creation. It’s not an ideal. It’s very practical and very simple, but easily overlooked or not noticed. When you’re mindful, you’re beginning to notice, it’s like this.