2. September 2013

Die Freude des Kriegers (2)





„The only reason we don't open our hearts and minds to other people is that they trigger confusion in us that we don't feel brave enough or sane enough to deal with. To the degree that we look clearly and compassionately at ourselves, we feel confident and fearless about looking into someone else's eyes.“


Wenn dich einer anschreit, ist dein erster Impuls vielleicht, ihn zu beschuldigen. Oder den Raum zu verlassen. Oder deine eigene Wut auszuagieren. Wenn du den anderen beschuldigst, würde dir vielleicht jeder andere beipflichten, dass das, was der andere getan hat, nicht korrekt war und verletzt hat. Doch das ist nicht das Entscheidende. Der Punkt ist, dass du in diesem Moment in ein Muster eintritts, von richtig und falsch, von Opfer und Täter ... Und du schließt dich selbst in diesem Muster ein. Du schließt dich in einem Raum der vermeitlichen Sicherheit ein, du bewaffnest dein Herz – und beginnst deinen Anteil von dem Spiel zu übernehmen. Du bildest weiter dein Ego, deine Geschichte.

Hier an diesem Punkt offen zu bleiben und das Herz weiter werden zu lassen, einen großen, achtsamen Raum zu kreieren, ist so ähnlich wie das Ganze als ein Wunder zu betrachten und einfach neugierig zu sein. 

Wir nehmen uns selbst oft so furchtbar erst. Und auch diese Krieger-Praxis wirkt manchmal sehr ernsthaft. Am Ende hat es aber sehr viel mit Freude zu tun. Das bedeutet es, ein Krieger zu sein:

Den Mut und die Freundlichkeit deines Wesens feiern,
die in diesem Moment in dir sichtbar werden,
wenn du dich öffnest anstatt dich zu bewaffnen.

Jedem dankbar sein
Wir können diesen Menschen, die unsere Knöpfe drücken, dankbar sein. Sie zeigen uns, wo wir feststecken. Wir wissen manchmal schon richtig viel über uns und erkennen doch nicht ganz, wo wir genau feststecken und ungesunde Muster weiterführen. Jeder hat diese blinden Flecken. Denn wir sind so sehr daran gewöhnt, dass dies oder jenes ein Teil von uns ist, dass wir nicht erkennen können, was es eigentlich ist. Wir stecken fest. Und wir brauchen diese Menschen, die uns dann an dieser Stelle aufrütteln. Deshalb ist der Krieger dankbar für jeden, dem er begegnet. Bei jeder Begegnung hat er die Möglichkeit zu praktizieren.

Vielleicht bist du in totalem Frieden mit dir selbst und bist froh und glücklich und stolz darüber, was für ein super Krieger du schon bist. Und dann kommt diese eine Person herein und drückt deine Knöpfe – verlierst du die Kontrolle oder praktizierst du? Hier an diesem Punkt, beginnt deine Praxis. Und egal wie verletztend oder missbrauchend diese eine Person dir gegenüber ist, es ist immer noch dieselbe Praxis:

Wenn du dich verlierst, wird deine Sicht unklar, vernebelt, du wirst ignorant. Und irgendwas macht dicht, das Herz macht definitiv dicht.

Bleib offen. Schaffe Raum und lass frische Luft rein.
Tritt einen Schritt zurück und sieh, was dort passiert, was in dir passiert.
Bleib freundlich, offen und klar.


Nach Pema Chödron: Geh an die Orte, die du fürchtest



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