29. August 2013

Krieger des Herzens werden (1)

Krieger des Herzens werden
Nach Pema Chödrön 


„Hallo, kleines Mädchen! Lass doch nicht zu, dass das Leben dein Herz verhärtet!“ – Dies war die erste Unterweisung in Bodhichitta, welche die buddistische Nonne und Lehrerin Pema Chödrön als kleines, wütendes Mädchen auf der Straße von einer fremden, alten Frau bekam.
Bodhi bedeutet erwacht, erleuchtet, völlig offen. Chitta heißt Geist, Bewusstsein, aber auch Herz. Bodhichitta wird mit unserer Fähigkeit zu lieben gleichgesetzt, mit Mitgefühl, mit unserer Fähigkeit, das Leiden der anderen mitzuempfinden und uns um andere zu kümmern.

Uns fällt es normalerweise sehr schwer, das eigene Leid und das der anderen zu ertragen. Ohne dass wir uns dessen bewusst sind, schotten wir uns ständig gegen das Leiden ab. Wir wollen es lieber nicht sehen, lieber nicht erleben, spüren, ertragen, damit umgehen müssen – weil es uns Angst macht.
Wir entwickeln eine Vielzahl von Strategien, wie wir dieses Leiden nicht empfinden müssen, z.B. Meinungen und Vorurteile, ungesunde Verhaltensmuster, Süchte usw. Wir haben einfach so große Angst, verletzt zu werden, dass wir um uns herum Mauern errichten, die uns schützen sollen. Diese Mauern werden dann noch durch alle möglichen Emotionen verstärkt, z.b. Zorn, Gleichgültigkeit, Neid, Arroganz, Stolz...

Diese komplexe Struktur von Verhaltensmustern, starken Emotionen und Glaubenssätzen ist das, was man im Buddhismus Ego nennt. Es ist das, was wir glauben, was wir sind, was uns ausmacht. Daran gekoppelt ist unsere Geschichte, unsere Kindheit, Jugend, Berufsleben, Elternschaft usw., all die Erinnerungen, Erlebnisse, die wir hegen und pflegen, die wir uns selbst im Geiste und auch den anderen immer wieder erzählen. Es ist das Bild, das wir von uns kreieren: ich bin der, der diese und jene Meinung hat, der so und so empfindet, dem das egal ist und das andere wichtig usw. Diese Struktur gibt uns eine vermeintliche Sicherheit, dass wir gegen die Verletzungen des Lebens gewappnet sind.
Wir holen unsere Waffen raus, wann immer eine Verletzung droht oder vielleicht laufen wir sogar permanent in einer Rüstung umher. Wir laufen weg, schreien herum, bestrafen, maßregeln, verletzen, kontrollieren. So groß ist die Angst vor dem Verletztwerden, dem Alleinsein, dem Verlorensein, dem Ungenügend- und Verkehrtsein.
 
Jeder, ausnahmslos, bildet diese Strukturen. Letztendlich in der Hoffnung, damit irgendwie glücklich zu werden. Am Ende trägt jeder aber bloß all diese Geschichten und Gewohnheiten und emotionale Schutzschilde mit sich herum und eine authentische Begegnung mit dem anderen wird unendlich schwer. Die Egos verheddern sich ineinander, gehen auf einander ein, beziehen sich aufeinander und versuchen miteinander zu funktionieren, sie treiben Spielchen miteinander und schauen doch immer, dass sie selber am besten wegkommen.
Eigentlich aber sind wir gar nicht an diesen Spielchen interessiert. Wir, die da drin hinter diesen Mauern sitzen, wir fühlen uns vielleicht etwas sicherer, aber auch eingesperrt, da wir uns nur innerhalb dieser Grenzen bewegen können, und wir im Grunde ständig Angst haben, dass jemand entdecken könnte, dass wir gar nicht so sind wie wir vorgeben und uns dann nicht mehr liebt.
Wir sehnen uns danach, unsere Verletzlichkeit zu offenbaren, all unsere Ängste, Wünsche, Hoffnungen, das alles zeigen zu dürfen, vorbehaltlos, und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass sich wenigstens ein Mensch findet, der all das sehen will und ok findet und vor dem wir uns nicht bewaffnen müssen oder dicht machen müssen.
In unseren Freunden, unserem Partner oder unseren Kindern erhoffen wir uns, diese Menschen zu finden. Doch auch mit ihnen entwickeln wir Verhaltensmuster und Rollenstrukturen – vor allem, wenn der andere uns verletzt hat, wenn wir uns für uns selbst schämen und uns damit selbst verletzen, oder wenn wir das Gefühl haben, stark sein zu müssen. Dann bewaffnen wir uns sofort wieder und gehen in Sicherheit.

Wählt man den Weg des Kriegers, entscheidet man sich dafür, nicht zu verhärten, möglichst wenige Mauern zu errichten und so offen wie möglich zu bleiben.

Die uns angeborene Fähigkeit zu lieben, ist wie ein Riss in diesen Mauern. Mit etwas Übung können wir diese Öffnung finden, sie wahrnehmen und den Augenblick der Verletzlichkeit als Chance nutzen, das Bodhichitta, das klare, offene Herz in uns zu erwecken, zu vergrößen, zu hegen und zu pflegen. So wird man zum Bodhisattva, zum Krieger – natürlich nicht zum aggressiven und vernichtenden Krieger, sondern zum Krieger, der bereit ist, die eigenen selbstbezogenen Reaktionen und ihre Selbsttäuschungen zu durchschneiden, der sich darin übt, das Herz zu öffnen und den Geist zu schulen. Ein Krieger schult sich darin, seinen Mut und seine Liebe zu wecken.

Ich habe mich bemüht einen Aspekt von Pemas Lehre darzustellen, weitere werden folgen. Als Literatur empfehle ich: 


23. August 2013

Trust the process

wenn ich davon ausgehe, dass ich als mensch einfach da sein darf, und dass ich für die anderen menschen auch einfach nur da sein möchte, dann möchte ich nun lernen, so sehr beim anderen zu sein, dass ich spüre, höre, mitbekomme, was der andere braucht. dass ich ihn wahrnehme. 

dass ich meine resonanz auf ihn von seinem tatsächlichen sein unterscheiden kann. und somit auch meine projektionen auf ihn aufgeben kann. ich weiß, dass ich nichts weiß und nichts wissen werde, weder über mich noch über den anderen. alles befindet sich im prozess, in der veränderung, wir eingeschlossen.
wenn der andere das meine gerade nicht annehmen kann und will, kann es daran liegen, dass ich nicht ganz bei ihm bin, dass ich ihn doch nicht ganz gespürt habe oder dass es doch einfach meine ideen und ziele sind, die ich auf ihn projiziere - was eben nichts mit dem gewünschten beieinander sein und füreinander da sein zu tun hat. ich will also lernen, projektionen von den bedürfnissen zu unterscheiden, die ich ja schließlich auch habe, und die da auch noch untergebracht werden müssen. 

jeder geht seinen weg. wir können einander begleiten und stützen. am besten wäre es, wir wären einfach für einander da. ohne wenn und aber.

als ich mit der achtsamkeitspraxis begann, bekam ich auf einen schwung ziemlich viele antworten. inzwischen tauchen wieder viele fragen auf. ich versuche geduldig zu bleiben und den prozess sich entwickeln zu lassen.
es ist ein bisschen so, als ob man in einer kiste gesessen hat und das für seine ganze welt gehalten hat. bis eine tür aufging und eine tolle erweiterte welt zutage trat. doch auch das ist wieder eine kiste, bloß eine größere. so geht es vermutlich in einem fort.

das ist alles ganz schön aufregend und manchmal sehr irritierend. und gleichzeitig fühlt es sich gut und richtig an. love mindfulness. ich glaube wirklich, die achtsamkeitspraxis ist eine sehr gute basis um sich selbst und die ganze welt zu erkunden!

ich glaube, heute habe ich ein paar neue dinge gelernt und verstanden. (und nächstes jahr werde ich dasselbe nochmal verstehen usw.) 

love life! 
♥ ☮ ॐ
 

22. August 2013

Respekt und Wertschätzung in der Partnerschaft

wie geht man damit um, wenn einem der partner nicht mit genügend respekt begegnet - seit einem gespräch mit einer teilnehmerin gestern beschäftigt mich die frage.
wenn man sich dann mies und klein und ungeliebt fühlt, ist man auch dann selbst dafür verantwortlich? nach dem motto, es sind meine gedanken, meine gefühle...
wie kann man sich anders fühlen und die situation ändern, weil man sich von dem geliebten menschen eigentlich nicht trennen möchte?

ich glaube, dass auch in solchen momenten wir bestimmen können, wie das verhalten des anderen auf uns wirkt und unsere gefühle beeinflusst. wenn es uns traurig macht, sollte man die trauer annehmen und sich selbst der nächste und beste freund sein, sich selbst in sicherheit bringen und diesem doofen gefühl raum geben.

doch dann sollte man sich erinnern, das es der totale blödsinn ist, wenn irgendein mensch dieser welt an unser innerstes rühren und es mit seinen leichtfertigen bemerkungen verletzen will. dieser innere kern leuchtet und ist unantastbar. das muss man sich selbst immer wieder klar machen. dieser kern ist stark und schön und perfekt und kann durch nichts und niemand zerstört oder beschmutzt werden.

wenn dann also der andere mit seiner lächerlichen respektlosigkeit diesem strahlend schönen wesen, das wir sind, begegnet - ist das nicht eigentlich zum lachen? ist das nicht zum dem-anderen-mitfühlend-auf- die-schulter-klopfen, dass er das noch nicht kapiert hat? und dann, in dieser starken schönheit, kann man vielleicht die einfachen worte finden, um dem anderen zu sagen, wie verkehrt er da liegt mit seinem urteilen und seinem verhalten. dass es verletzend für einen ist, aber dass er sich selbst am meisten damit beschmutzt und er einem deshalb leid tut. dass man aber bereit ist, einen gemeinsamen weg zu finden, diese art der kommunikation und beziehung zu verändern, weil man den anderen aufrichtig und trotz aller fehler liebt.

wenn ich also den worten des anderen keinerlei glauben schenke, weil ich darin geübt bin, mich mit meinem schönen, starken selbst zu verbinden und immer wieder seine perfektion und sein strahlen wahrnehme. und wenn ich dem anderen in dieser aufrichtigen verletzlichkeit und trotzdem stärke begegne, ohne beleidigung, ohne ultimatum, ohne gegenwehr oder rechtfertigung, ohne drama und geschrei. - dann meistern wir tatsächlich mit unseren gedanken unser wohlbefinden und verändern diese beziehung massiv.

also, jungs und mädels, wo auch immer ihr steckt in eurem prozess. es ist ok, wo ihr seid, nun schaut wo ihr hin möchtet.

21. August 2013

Die Einladung - Oriah Mountain Dreamer



Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du es wagst davon zu träumen, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.


Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude sein kannst, meiner oder deiner eigenen, ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein, oder an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du dein Leben aus SEINER Gegenwart entspringen lassen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und trotzdem am Ende eines Sees stehen kannst, um zum silbernen Vollmond zu rufen, „Ja„.

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wieviel Geld du hast. Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen, um dich um die Kinder zu kümmern.

Es interessiert mich nicht wissen, wer du bist, und wie es kommt, wie es kommt, dass du hier bist. Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt. Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich magst.

20. August 2013

Sei nett, auch wenn der andere gerade doof ist

„Liebe mich auch dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.“ Buddhistische Weisheit

Was für ein Wort! Darin steckt ganz viel Herz, Verstand, Wärme, Mitgefühl und Willenskraft drin. Eben erzählte mir eine Freundin von ihrer Arbeit in einem Heim für gestörte Kinder, die oft agressiv, ruppig oder einfach nervig sind. Während sie mir die wunderbare Verwandlung beschrieb, die in den Kindern tatsächlich vorgeht, wenn sie auf deren Ärger mit Liebe und Mitgefühl reagiert, stiegen mir die Tränen in die Augen.
Jeder kennt das, dass man doof ist zu den anderen ist, dass man sich im Ton vergreift oder richtig blöde Fehler macht, eklig ist, unaufmerksam oder einfach unkooperativ mit seinen Mitmenschen. Oder wie oft sind wir überkritisch und gemein zu uns selbst, wenn wir unzufrieden sind mit uns oder einfach mehr und anderes von uns erwarten?
Es ist doch so: In diesen Momenten ist einfach viel Schmerz in uns selbst und unser komisches Verhalten drückt unsere Irritation, Angst, Wut oder Trauer aus. Das ist auch ok. Und deshalb sollte man versuchen, in solchen Momenten beim anderen nicht noch eins drauf zu legen und denjenigen abzulehnen oder anzumotzen... Wenn der andere lieb ist, ist es keine große Herausforderung, auch lieb zu sein. Unsere Liebe und unser Mitgefühl werden in den schwierigen Momenten auf die Probe gestellt.

Also Herz auf, gerade wenn es dir am schwersten fällt!

19. August 2013

Zuhören & da sein

Das größte Geschenk, das du einem anderen Menschen im Zusammensein machen kannst, ist ihm die volle Aufmerksamkeit zu schenken und ihm das Gefühl zu geben, das er sich bei dir sicher und geborgen fühlen kann.

Was bedeutet für dich Sicherheit?
Wann fühlst du dich sicher?
Wie möchtest du, dass man dir zuhört?
Wie möchtest du gesehen werden?

Die Antwort auf diese Fragen können dir helfen, wenn du deinem Partner, deinem Kind, deinem Haustier, deiner Kollegin oder einfach dem nächsten Menschen, dem du begegnest, dieses schöne Geschenk machen möchtest.

♥ & ☮ sa

Bodyscan

Entspanne Körper und Geist mit dieser simplen Übung morgens, abends oder in der Mittagspause


Beim Body Scan liegen wir bequem und warm auf dem Rücken, wir schließen die Augen oder lassen sie offen, falls wir sonst einschlafen. Wir stellen uns der Reihe nach auf die verschiedenen Körperregionen ein und schauen, in welchem Zustand sie sich befinden. Dazu atmen wir in die einzelnen Körperteile hinein, dass heißt, wir stellen uns vor, wir der Atem vom Scheitel durch unseren ganzen Körper z.B. bis in unseren kleinen Zeh fließt.  So wird der gesamte Körper durchgeatmet, durchgescant. Die Übung hilft uns, Kontakt zu unserem Körper aufzunehmen, in Ruhe und ohne Eile, aufmerksam und wach. Wir erlernen die Fähigkeit, unsere Energie ganz gezielt in bestimmte Körperteile zu lenken. So kann man dann z.B. auch innere Heilprozesse unterstützen. Mit der Zeit entsteht ein wunderbares Gefühl der Ganzheit, des Ganz Seins. Wenn man abends Einschlafprobleme hat, kann man den Bodyscan zusätzlich zum Einschlafen machen. 

Alles darf da sein
Was ist, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Zehen lenken, dabei aber nichts spüren? Dann ist die augenblickliche Erfahrung eben die, dass wir unsere Zehen nicht spüren, was weder gut noch schlecht ist.
Wenn unsere Konzentration durch Schmerzen in anderen Körperregionen abgelenkt wird, lassen wir uns davon nicht beirren. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf die Zehen, so gut es eben geht. Dann bewegen wir uns systematisch aufwärts, durch den linken Fuß, das linke Bein, die Hüfte, dann den rechten Fuß und das rechte Bein usf.
Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt den Empfindungen und den Gedanken, die im Zusammenhang damit aufsteigen können, ohne jedoch deren Inhalt zu bewerten. Unsere Haltung ist wach, interessiert und annehmend. Auch wenn wir uns unserer „Problemzone“ nähern, bleiben wir offen, empfänglich und frei von Erwartungen. Wir schenken diesem Teil unseres Körpers dieselbe volle Aufmerksamkeit wie zuvor den Zehen und Beinen, nicht mehr und nicht weniger.  

Loslassen
Durch das bewusste wiederholende Loslassen aller körperlichen Empfindungen und aller damit verbundenen Bilder und Gedanken können sich die Muskeln lockern. Die angestauten Spannungen werden freigesetzt. Am Ende der Übung bleiben wir noch eine Weile still liegen und genießen die Ruhe. Wenn wir innerlich bereit sind, bewegen wir zunächst sanft die Hände und Füße, wir können den Kopf ein wenig hin und her bewegen, das Gesicht massieren, den Körper strecken.
Wenn wir den Prozess mal als einen Reinigungsprozess sehen, bei dem der Atem alle unnötige Anspannung oder Schmerzen aus dem Körper wäscht, können wir nach dem Bodyscan ein Gefühl von Erfrischung oder  Energetisierung spüren. 



Die Dämonen füttern

 

„Dont fight your desease, but feed it with what it needs, bring it up and feed it with love and compassion.“ Tsultrim Allione

Bekämpfe deine Erkrankung nicht, sondern füttere sie mit dem, was sie braucht. Hole sie ans Licht und füttere sie mit Liebe und Mitgefühl.
Wenn wir krank sind, z.B. eine Erkältung haben oder einen Hautausschlag, oder Muskelbeschwerden oder eine chronische Krankheit, die unser Leben stark beeinflusst, neigen wir dazu, die Erkrankung als Feind zu sehen, als etwas, dass da gegen uns ist und uns nicht so sein lässt, wie wir es wollen.

Wiederstände bewirken immer, dass etwas bleibt. Anerkennen, akzeptieren, anschauen baut den Druck ab und öffnet den Raum für Heilung. 

Dies ist ein fundamentales Prinzip der Achtsamkeit: Widerstand aufgeben. Man kann es nicht genug sagen, denken, sich in Erinnerung rufen. 

Wenn wir den Widerstand aufgeben, schauen wir achtsam und liebevoll das an, was ist. Wir können uns uns selbst zuwenden und spüren, was da ist. Vielleicht sind da Ärger, Trauer, Angst, Erschöpfung, Mangel...? Diese wollen bloß gesehen werden, mit liebevollen Augen und einem sich sorgenden, mitfühlenden und kümmernden Herz und Geist. Heilung ist jederzeit möglich, sie geschieht schon, unser Körper ist für uns und wird uns unterstützen.

Eine Frage, ein Mantra, das mich seit einiger Zeit durch die Tage begleitet, ist: Was nährt mich? Was gibt mir Kraft, Geborgenheit, gute Energie?

Namaste, sa

Verbundensein und Meditation


Die Dämonen füttern – Lama Tsültrim Allione

Ursprüngliches Verbundensein und Einheit

"Angst nimmt ihren Ursprung in einer grundlegenden Spaltung, die mit der Entstehung des Egos zu tun hat. Aber lass uns grundsätzlich beginnen: Es gibt den uranfänglichen Grund des Daseins, und es gibt die Ausstrahlung dieses Grundes des Daseins. Die Ausstrahlung geht aus dem Urgrund hervor und drückt diesen aus. (Was ich mit „Ausstrahlung“ meine, ist der Ausdruck, die Erscheinung, das Display – alles was wir in der Welt sehen, ist in Wirklichkeit die Erscheinung unseres Geistes.)

Und dann gibt es einen Moment – wir wissen nicht genau, warum dies passiert, aber es passiert –, in dem das Bewusstsein, das aus dem Urgrund des Daseins ausstrahlt, sich plötzlich als ein vom Grund Getrenntes fühlt. In diesem Moment wird Angst geboren. In diesem Moment spalten sich der Grund und die Erscheinungsformen des Grundes. Plötzlich versäumt die Ausstrahlung des Grundes, ihre Einheit mit dem Grund zu erkennen.

Bewältigungsstrategien des Egos

Wenn die Fähigkeit zur Erkenntnis [dass wir mit dem Urgrund verbunden sind] nicht vorhanden ist, bewegt sich das Bewusstsein, ausgehend von diesem grundlegenden Moment der Panik, nach außen. Es versucht, im außen Probleme zu lösen, die nur durch Umkehr gelöst werden können, die nur Auflösung finden, wenn das Bewusstsein in sich selbst ruht. Das Ego entsteht aus der Angst im Augenblick der Trennung vom Grund.

Unsere Ego-Strategien, um Angst aufzulösen, sind die fünf hinderlichen, emotionalen Muster: Ignoranz, Wut, Stolz, Neid und Gier. Es sind versuche, sich selber zu fühlen, denn die Erfahrung der Trennung erzeugt Verunsicherung und Angst.

Aber diese Strategien funktionieren nicht, und so leben wir mit einem fortwährenden Irrtum. Die Strategien der Egos – deines Partners, deiner Schwester, deines Vaters, deines Lehrers –, sie verschlingen sich alle miteinander, und jeder versucht eine Lösung zu finden, die er „Glücklichsein“ nennt. Aber alle bewegen sich in die falsche Richtung, gehen nach außen.

Der Geist versucht ständig 1) mögliche Angriffe auf sich ausfindig zu machen, 2) sucht nach Dingen, die ihn vielleicht stabilisieren, und 3) ignoriert alles andere. Das sind die drei wesentlichen Gifte.
Das Ego ist so eine Art Hauptquartier, von dem ständig spionierende Überwachungswagen ausgesandt werden. Sie fahren Streife und erleben alles als auf sie zukommend. So melden sie zurück: Hier kommt eine Gefahr, dort kommt ein Angriff, das könnte dich stärken oder dies ist unwichtig.
Unser Leben besteht über weite Strecken aus diesen Rückmeldungen und unseren entsprechenden Reaktionen darauf.

Meditation und Wiedervereinigung

In der Meditation stoppen wir diesen Vorgang – zum einen, indem wir körperlich zur Ruhe kommen, und zum anderen, indem wir den Geist ruhiger werden lassen. Mit den Praktiken zur Natur des Geistes wenden wir das Bewusstsein, das sich nach außen gewandt hat und nach allem greift, zurück, damit es sich selbst sieht. Im Moment des Umwendens und Schauens gibt es eine natürliche Erfahrung von Vereinigung.

Wenn wir praktizieren, lernen wir in der Vereinigung zu verweilen. Das ist die Rückkehr der Ausstrahlung , die erkennt, dass sie untrennbar ist vom Grund.

Die Frage nach der Angst ist wirklich fundamental. Wenn wir an die ursprüngliche Angst herankommen können, dann können wir uns von allen Folgeängsten, allen Sekundärängsten befreien und sie aufgeben: Die Angst, angegriffen zu werden, zu dick zu sein, die Angst nicht genug zu sein, die Angst vor Höhe, vor dem Dunkel ...

Wenn wir lernen können, im Geiste zu ruhen, der wie der Himmel ist, nicht geboren, nicht endend und unbegrenzt, wenn wir erkennen können, dass dies tatsächlich unser eigentlicher Zustand ist, dann lösen wir diese grundlegende Angst auf.
Wir können gegenüber unseren Ängsten unzählige Strategien entwickeln. Aber solange wir nicht an die Angst herankommen, die an der Wurzel von allen Ängsten liegt, werden fortwährend neue Ängste entstehen. Sie sind einfach ein Begleitprodukt unseres Egobewusstseins.

Alle Meditationspraktiken zielen auf das Wiedererkennen der Untrennbarkeit, der Nichtdualität von allem. Mithilfe unserer Praxis können wir zu diesem Wiedererkennen gelangen. [...]

Ich glaube, der beste und wirksamste Schutz ist, wenn du dich gar nicht schützt. Im Grunde ist es genau das Gegenteil von Schutz, weil du dich nur entspannst. Denn Angst hat immer ein Element von Verengung und Schrumpfung. Aber der Urgrund des Seins hat keine Grenzen. Man kann nicht gleichzeitig mit dem Urgrund verbunden und in einem zusammengezogenen Zustand sein. Die Erfahrung von Furchtlosigkeit ist nicht eine Art Machotapferkeit, gerüstet bis an die Zähne und dann auf in den Kampf. Ich bin nicht furchtlos, wenn ich total geschützt bin. Von einem buddhistischen Standpunkt aus gesehen ist das nicht Furchtlosigkeit.  Ich bin furchtlos, wenn ich total ungeschützt bin, weil ich begreife, dass ich keinen Schutz brauche.
Die „Dämonenarbeit“ ist eine westliche Adaption des Ansatzes von Chöd. Bei der Dämonenarbeit fühlt man die Angst als Energie im Körper, und wir erlauben, dass sich diese Angst verkörpert. Dann schauen wir, was die Angst braucht, warum sie uns verfolgt. Und durch dieses „Füttern“ wird sie aufgelöst und verwandelt sich in einen Verbündeten.[1] Die Spannung löst sich auf. Es geht um eine Umkehr und Begegnung. Das ist nicht so leicht. Aber diejenigen, die es machen, merken: Angst zu haben ist auch nicht leicht und viel Arbeit, viel äußeres und inneres Rennen. Denn wenn man Angst hat, rennt man immer ein wenig vor der Angst weg. Aber das zu umarmen, was dich verfolgt, ihm ins Auge zusehen, setzt eine Menge Energie frei."

gekürzt aus: Buddhismus aktuell 04/2012



www. taramandala.org

Tsültrim Allione: Den Dämonen Nahrung geben: Buddhistische Techniken zur Konfliktlösung. Mit einem Vorwort von Jack Kornfield








[1] Man könnte meinen durch das „Füttern „würden die Ängste größer, doch das Gegenteil ist der Fall. Sie werden größer, wenn wir Widerstand gegen sie leisten, sie einfach nur weg haben wollen oder davonlaufen, vermeiden, ignorieren. Wenn wir die Ängste wirklich anschauen, anerkennen und verstehen, lösen sie sich mit der Zeit auf.


Achtsame Kommunikation

die worte, die du sprichst, werden zu dem haus, in dem du lebst. - hafiz 


wenn wir achtsamer werden, wird uns die macht unserer gedanken und worte bewusst. uns wird bewusst, wie ein kleiner gedanke zu einer großen grübelei werden kann, ein unbedachtes wort einen langen streit auslösen kann, wie verletzende worte empfunden werden wie ein messerstich ins herz. nach einem streit fühlen wir uns schlecht, nach dem lästern schmutzig, wenn wir neidische gedanken zulassen, machen wir uns selbst kleiner als wir sind. positiv bemerken wir, wie gut ein liebevolles wort anderen tut, wie gut es uns tut, wenn wir uns anderen mit einem freundlichen wort zuwenden, wie wir uns so mögen können: als eine person die freundliche worte spricht, aufrichtige worte aus dem herzen heraus. wir bemerken, dass andere herzlich-offene worte nicht peinlich finden, sondern oft sogar wundersam berührt werden und mehr davon hören wollen. 
so sind wir selbst daran beteiligt, unsere innere welt zu erschaffen, wir entscheiden, was darin raum hat, welche gedanken, welche worte. auch einzelne wörter können einen entscheidenden unterschied machen. die achtsamkeit hilft uns, den gedankenimpuls zu bemerken, zu erkennen, was in unserem geist gerade vorgeht. wir wollen vielleicht gewohnheitsmäßig reagieren, doch halten inne und schauen, was da auch gesagt werden könnte, wie wir anstattdessen denken und sprechen könnten. und diese kleinen achtsamen momente machen den unterschied, ob wir in einem haus voller grübelei, selbstverachtung und konflikten leben oder nicht. mögen wir unser haus füllen mit worten der liebe, des friedens, der nachsicht und vergebung - uns selbst und den anderen gegenüber. 
♥ & ☮ sa

Bergmeditation


Stellen Sie sich vor ihrem geistigen Auge den schönsten Berg oder Felsen vor, den Sie kennen, von dem Sie gehört oder den Sie sich vorstellen können. Werden Sie sich seiner massiven Form bewusst, des aufragenden Gipfels, des tief in der Erdkruste verwachsenen Fusses, seiner Steilhänge oder sanft abfallenden Bergflanken. Was immer sein Erscheinungsbild auch sein mag – verweilen Sie, sitzen und atmen Sie mit diesem Bild vor ihrem geistigen Auge, jetzt, in diesem Augenblick. 

Während Sie hier sitzen und mit dem Berg atmen, erlauben Sie Ihrem Körper so auslandend zu werden wie der vorgestellte „Körper“ Ihres Berges, bis Sie mit ihm verschmelzen und eins werden. Ihr Kopf wird zum hoch aufragenden Gipfel, Schultern und Arme zu den Flanken, Gesäss und Beine zur soliden Basis. In diesem Augenblick sind Sie nichts anderes als ein atmender Berg, der unbeweglich, unerschütterlich in der Stille von Körper und Geist verweilt. 
Tagein, tagaus verharrt der Berg in unerschütterlicher Ruhe, während die Sonne über den Himmel wandert, Licht, Schatten, Farben und Wetter sich ständig verändern. Wenn Sie sich einen Fels im Wasser vorstellen, können Sie an die Wellen, das tosende Meer oder die spiegelglatte Wasseroberfläche denken. Der Berg verweilt einfach nur, ist einfach nur er selbst. Während die Jahreszeiten ineinander übergehen und das Wetter von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick wechselt, bleibt der Berg immer der Gleiche. Von alledem unberührt, verharrt der Berg, unberührt von oberflächlichen Geschehnissen, unberührt von der Welt der Erscheinungen. 

Mit einem solchen Gefühl und dem Bild des Berges vor unserem geistigen Auge können wir in allen Dingen, die sich in unserem Leben ständig verändern, die gleiche unbeirrbare Ruhe verkörpern, in gleicher Weise verwurzelt sein. Sowohl in unserem Leben wie auch in der Meditation erfahren wir ununterbrochen die veränderliche Natur unseres Geistes, unseres Körpers, der äusseren Welt. In der äusseren wie auch in der inneren Welt, in unserem Geist, erleben wir Stürme unterschiedlicher Intensität und Gewalt. Starke Winde beuteln uns, Kälte und Regen suchen uns heim. Wir haben dunkle und schmerzvolle Zeiten auszuhalten, erfahren aber auch Augenblicke intensiver Freude, erhabene Augenblicke. Wir können uns mit der Kraft und Festigkeit des Berges verbinden und sie uns aneignen, indem wir in der Meditation zum Berg werden. 

Wir können seine Energie dazu benützen, um unser Bemühen, jedem Augenblick achtsam, ausgeglichen und klar zu begegnen, Kraft zu verleihen. Dabei mag die Überlegung nützlich sein, dass es sich mit unseren Sorgen, Gedanken, Gefühlen, Gefühlsstürmen und Krisen, mit allem was uns zustösst, nicht anders verhält als mit dem ständig sich verändernden Wetter am Berg. Wir neigen dazu, alles immer persönlich zu nehmen, dabei ist das kennzeichnende Merkmal all dieser Ereignisse ihre Unpersönlichkeit! Das Wetter in unserem Leben darf weder ignoriert noch verleugnet werden. Wenn wir nicht in ihm umkommen wollen, müssen wir uns ihm stellen, es respektieren, spüren; müssen es bewusst als das erkennen, was es ist. Dann ermöglichen wir uns inmitten aller Stürme die Erfahrung einer inneren Ruhe, Stille und Weisheit, die tiefer sind, als wir je für möglich gehalten hätten. JON KABAT-ZINN

Mini Atemmeditation


Die Atemmeditation ist simpel und kostbar. Meditationsanfänger und auch Fortgeschrittene tendieren dazu, aus ihrer Praxis eine große Sache zu machen - das ist nicht immer förderlich, kann Druck aufbauen und unnötige Widerstände wecken. Das Reiche, das Kostbare, das unendlich Entspannende und Befreiende der Praxis sollte dabei erhalten bleiben. Manchmal muss man dazu einfach nochmal zurück auf Anfang.





  • Sich im Verlauf des Tages immer wieder bewusst werden: Ich atme.
  • Sich am Tage 5-10 Minuten Zeit nehmen zu sitzen und einfach nur zu atmen.
  • Über den Atem in Kontakt sein mit sich, mit dem Leben, die Lebendigkeit spüren, lächeln. 
  •  Atme tief und lass das Leben sich entwickeln ♥ 


„Das klingt so einfach und jeder kann es. Die Übung des Innehaltens ist wesentlich. Wir halten inne, indem wir uns unseren Einatmens, Ausatmens und unserer Schritte bewusst werden. Unsere grundlegende Übung ist achtsames Atmen und achtsames Gehen. Jeder Schritt und jeder Atemzug kann eine Gelegenheit zu Freude und Glück sein.“ 
aus: Achtsamkeit mit Kindern, Thich Nhat Hanh

Blog gestartet

blog gestartet. es ist lustig zu sehen, wann ich dieses konto, diesen blog eingerichtet habe.. vor über 7 jahren... aber so richtig angefreundet habe ich mich damit nicht. trotzdem war es schön, eben nochmal die alten posts zu lesen. die habe ich hier jetzt aber verborgen. altes zeug halt. 
nun starte ich neu, weil ich bei facebook und auf meiner website immer wieder texte geschrieben habe und ich dem ganzen jetzt gern noch einen anderen rahmen geben möchte. ich erhoffe mir davon vor allem thematische ordnung und übersichtlichkeit.
auch muss ich sagen, dass ich früher nie so recht wusste, wie ich das schreiben in der öffentlichkeit anstellen soll. wie persönlich, wie philosophisch kann ich werden. wo soll das hinführen und wie viel hat es am ende mit selbstdarstellung zu tun, die mir fernliegt.
nun stellen sich mir diese fragen nicht mehr. ich schreibe meine gedanken und ideen einfach auf. und sie haben einen focus, was das ganze natürlich leichter macht. mindfulness. was das ist und wie ich dazu stehe, das findet ihr dann hier auf diesen seiten. viel spaß damit & schreibt mir gern, kommentiert oder teilt. austausch ist immer toll, insbesondere bei diesem thema. liebe grüße! sarina