16. Juli 2014

nie // genug


Das Gefühl des Mangels kennt jeder. Das Gefühl, man brauche noch dies oder jenes, damit es einem gut ginge oder man glücklich und zufrieden sein könnte. Das sind manchmal materielle Dinge wie Klamotten, Essen, ein eigenes Haus, eine neue Frisur oder Figur - manchmal sind es imaterielle Dinge, dass wir uns z.b. eine glücklichere Kindheit wünschen, einen besseren Partner, einen liebenswerteren Charakter, noch ein Retreat oder eine Yogalehrer-Fortbildung oder mehr Frieden, am besten den Weltfrieden.

Was passiert durch dieses Mangelgefühl? Mangel geht einher mit Verlangen. Wenn man das Gefühl hat, mir fehlt hier was, bekommt man sofort das Bedürfnis danach, das Loch zu füllen. Manchmal entsteht daraus eine jahrzehntelange Sehnsucht, es entstehen unheilsame Verhaltensmuster oder Depressionen und Ängste. Es entsteht Leid.

Wenn wir dieses ewige Wollen, dieses ständige Unzufriedensein, dieses viele Wünschen und Begehren sehen, beobachten und unser persönliches Muster durchschauen, verliert es seine Macht und wir gewinnen an Freiheit. Und wir können es am besten beobachten und durchschauen, indem wir achtsam sind und freundlich das wahrnehmen, was da ist.


Ich glaube, jegliches Mangelgefühl resultiert aus dem ursprünglichen Glauben, man selbst sei nicht genug. Der Glaube, man sei unvollkommen, müsse noch dies oder jenes tun oder lassen, damit man liebens-würdig und respektabel ist, bringt uns in die Verstrickung mit anderen Mangelgefühlen. Das Loch, dass wir stopfen wollen, sind wir selbst. Oder das, was wir glauben, was wir sind.

Was wäre nun, wenn jemand uns glaubhaft machen könnte, wir wären vollkommen, perfekt, liebenswürdig, egal was wir täten? 

Wie sehr würden sich Wünsche und Verlangen relativieren...

Doch leider begegnen wir nur selten jemandem, der uns das sagt oder dem wir das so 100%ig glauben. 
Wir selbst müssen derjenige sein, der uns das glaubhaft macht. Wir selbst müssen erkennen, dass wir perfekt und voller Liebe, Friede, Fülle auf diese Welt kamen und dass wir nichts von dieser Perfektion verloren haben, weder durch Fehler die wir begangen haben, noch durch Ereignisse, die uns widerfahren sind.

Bemühe dich und kümmere dich darum, dich davon zu überzeugen, dass du wirklich, wirklich genug bist, genug hast und dass du immer aus einer unendlichen Fülle deiner selbst schöpfen kannst.
Es lohnt sich!  
Und gib anderen Wesen das Gefühl, dass sie in deinen Augen vollkommen und liebenswert sind und mach damit die Welt für sie zu einem schönen und sicheren Ort.

P.S.: All abendlich schaue ich in das Kinderbettchen, bin überwältigt von so viel Schönheit, Niedlichkeit, Frieden, Ruhe, Vollkommenheit, Perfektion. Wie könnte dieses Wesen jemals nicht genug sein? Es wird immer vollkommen sein! So wie jeder von uns immer vollkommen war, ist und sein wird!
 

sending love & light, sarina 
















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