Direkt zum Hauptbereich

Happy Abwasch

Das Bild der wunderbaren Molly von Buddha Doodles zeigt, dass man jederzeit und bei den alltäglichsten Tätigkeiten bewusst fröhlich und zufrieden sein kann. Anstatt abzuwaschen und dabei an morgen oder gestern zu denken und sich vielleicht in Sorgen oder Grübeleien zu verstricken, kann man wahrnehmen, dass das Wasser angenehm warm ist, ja dankbar sein, dass es überhaupt wie durch ein Wunder immer verlässlich durch den Wasserhahn zu einem kommt. Dass man jetzt eine kleine Pause vom Denken nehmen und einfach nur abwaschen kann. Dass man das Geschirr schön sauber macht für sich selbst und die Familie usw.

Klingt langweilig? Ja wahrscheinlich. Bis zu dem Moment, in dem einem das zum ersten Mal magisch vorkommt. Der Moment, in dem man den Moment in seiner ganzen Tragweite wahrnimmt und versteht und mit dem ganzen Körper erlebt.

Unser LEBEN findet in eben diesem Moment statt! In diesem banalen Moment des Abwaschens. Und in all den anderen Momenten des alltäglichen Treibens, Anziehen, Kaffeetrinken, Fahrradfahren, Einkaufen... Ja, das ist unser Leben. Es ist voller Situationen, die sich scheinbar wiederholen und die erstmal nicht besonders erscheinen. Und es ist eine Kunst und Bedarf der Umgewöhnung, in all diesen Moment das Besondere zu sehen, nämlich das LEBENDIGSEIN. Man muss dazu wach und präsent sein und verstanden haben, dass sich über Dankbarkeit und Gleichmut Zufriedenheit und das Glück einstellen.

Irgendwie glauben wir unser Leben fand statt, damals im Urlaub oder damals als wir noch Kind waren. Oder wir warten auf ein nächstes tolles Event, in dem unser Leben stattfinden wird. Und dazwischen warten wir ab, denken herum, grübeln, sorgen uns, proben Gesprächen, Planen Projekte. Kommt dann das tolle Event, sind wir meist zu aufgeregt und unpräsent, um es wirklich zu genießen und sind hinterher vielleicht sogar noch enttäuscht.

Tatsächlich wiederholen wir die meisten Gedanken ständig, selten ist etwas ganz Neues, Frisches dabei. Wir wiederholen die Gedanken für uns und in Gesprächen wiederholen wir sie wieder und wieder. Und so passiert es, dass wir zum zehnten Mal darüber nachdenken, was der Kollege im Büro neulich mit seinem Kommentar meinte oder uns langsam wieder in den Ärger über  Politik, das Wetter, unsere schlechte Diätdisziplin oder was auch immer hineinsteigern - anstatt einen Moment zu haben, in dem wir voller Genuss und Dankbarkeit das warme Abwaschwasser an unseren Händen spüren und uns z.B. freuen, dass wir eine Familie oder einen Partner haben, für den wir abwaschen können.

In so vielen Büchern, Artikeln, Sprüchlein lesen wir, dass Glück und Zufriedenheit, Frieden und Mitgefühl in uns selbst entstehen muss unabhängig von dem Äußeren, unabhängig von den "Geschichten" die wir uns erzählen. Und dabei ist es immer wieder dieser banale Moment, der damit gemeint ist - in dem wir realisieren, dass er eben nicht banal ist, sondern dass in ihm sich unser ganzen Leben abspielt. Denn es gibt immer nur diesen Moment. Alles andere ist Schall und Rauch.

Also, Wachheit und Bewusstmachung bringen uns dahin, das wahrzunehmen und zu wertschätzen, was wir tatsächlich gerade erleben. So wird aus dem gedanklich vorgestellten Leben ein mit Lebendigkeit gefülltes SEIN. 

Eigentlich ist es ganz einfach.
Ich wünsche euch einen schönen nächsten Abwasch!



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Meine Kinder sind auch deine Kinder - Familie und Gesellschaft

Meine Kinder sind auch deine Kinder Während ich die Wohnung weihnachtlich schmücke, weiß ich, dass ich es sein werde, die alles wieder abhängen und ordentlich wegpacken wird. Ich besorge auch die Kinderklamotten, ich gebe die Globulis, ich stille und werde beim kleinsten nächtlichen Pieps der Kinder wach, ich gehe auf Besuch zu anderen Müttern, damit die Kinder zusammen spielen können, ich begleite achtsam und geduldig die tausend Gefühle der Kinder, bin bedürfnisorientiert unterwegs, beantworte unzählige Fragen und höre gefühlt alle zwei Minuten "Mama".  Ich habe einen großartigen Mann und Papa für die Kinder, er ist fleißig und pflichtbewusst, übernimmt viele Aufgaben im Haus und geht zur Arbeit um unser Leben zu finanzieren. Er ist wundervoll geduldig, ein guter Gesprächspartner und liebevoller Geschenkemacher. Er kümmert sich um mich. Und ich bezweifle in keiner Weise, dass sein Leben nicht auch anstrengend ist.  Gleichzeitig bemerke ich

EINFACH SITZEN - Buchtipp

Eine kleine, feine Buch-Reihe: Einfach Sitzen / Einfach Lieben / Einfach Essen Das handliche, schmale Büchlein habe ich eine zeitlang immerzu mit mir herum getragen. Denn die sehr kurzen, doch tiefsinnigen Texte laden ein, dass ich sie zwischendurch in ruhigen Momenten lesen kann und danach einfach ein bisschen drüber nachdenken und sie nachwirken lassen kann. Es ist eine Mischung aus kleinen Übungen und teilweise genauen Anleitungen zum Meditieren und Inspirationen rund um das Thema meditatives Sitzen (Freude empfinden, Atem, Tiefes Schauen), z.B. "Die Sitzmeditation hat zwei Aspekte. Der erste ist das Innehalten und die Beruhigung des Körpers. Schon das kann eine Quelle des Glücks sein. Der zweite Aspekt ist die eingehende und tiefe Betrachtung der Dinge - tiefes Schauen. In der stillen Meditation lassen Sie Körper und Geist zur Ruhe kommen."  

Eco statt Ego

Die momentanen Ereignisse während der Corona Pandemie, die ja in der Geschichte der Erde und der Menschheit nichts Neues sind, halten uns mal wieder schmerzhaft und klärend vor Augen, dass wir als Menschen TEIL des Systems sind. Und nicht kontrollierend über dem System stehen. Würde jeder Mensch sich einordenen in das System Natur, würden wir als Gemeinschaft anders miteinander leben. Wir würden anders mit der Natur leben. Wir würden gesünder, wertschätzender und liebevoller mit uns selbst und allem uns Umgebenden umgehen. Ganz selbstverständlich und ohne Zwang oder Druck, einfach weil es in der Natur der Sache liegt, dass alles miteinander verbunden ist und jegliches Verhalten eine Wirkung in der Welt erzeugt. Würden wir dieses Bewusstsein alle haben, es pflegen und einander daran erinnern, würde es ALLEN besser gehen. Und wir würden zu einer natürlichen Spiritualität zurück finden, die nicht unbedingt eines „Glaubens“ bedarf - an Götter, Engel oder Gurus - sondern